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Rennfahrerin, ein etwas anderes Arbeitsmodell

In Personalunion mit 250 km/h als Rennfahrerin auf einem über 200 PS starken Superbike in einer der am härtesten umkämpften Klassen antreten, Markenbotschafterin, Leistungssportlerin, Mutter zweier Teenager und selbstständige Unternehmerin sein – zugegeben, das ist kein klassisches Arbeitsmodell.

Dass wir Frauen «Multitasking» aus dem Effeff beherrschen sollen, reicht hier alleine auch nicht aus, um in den genannten Disziplinen dann auch Erfolg zu haben. Dafür werden ein paar Dinge mehr benötigt: permanente Zielfokussierung, absolute Leidenschaft, Agieren abseits des Mainstreams, Durchhaltevermögen, starke Partner und eine Familie als ruhender Pol.

Ich weiss nicht, was genau ein klassisches Arbeitsmodell heute noch sein soll, wo sich so vieles im Wandel befindet und wir gerade eine Zeit der Neuausrichtung durchleben. Ich habe aber das Gefühl, dass meine beiden Tätigkeiten als Unternehmerin und Rennfahrerin mehr Gemeinsamkeiten aufweisen, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Denn um erfolgreich zu sein, braucht es in beiden Sparten doch sehr viel mehr als nur ein bisschen von allem. Ich kann nicht nur «ein wenig …» – mein Motto lautet: Entweder ganz oder gar nicht. Und wenn, dann mit allem, was ich habe. Ob Leidenschaft oder fast schon Besessenheit, ohne dieses absolute Brennen für die jeweilige Sache kommt kein Erfolg, weder im Unternehmen noch im Sport. Wie überall ist dies aber auch mit Nachteilen verbunden: Dieser Teil von mir ist nicht immer bequem, teilweise ist er gar anstrengend für alle um mich herum. Doch letzten Endes ist es eben genau dieser Biss, der den Unterschied macht.

Jeder Tag erfordert das Setzen und Einhalten von Prioritäten für meine Firmen, die Vermarktung meiner Person, den Sport und die Familie – alles Herausforderungen, die ich liebe. Denn ich freue mich täglich auf Neues, Spannendes und ungeahnte Möglichkeiten. Und das am liebsten mit Vollgas!

Sabine Holbook

Motorradrennfahrerin, Markenbotschafterin und Unternehmerin.