Gegenüberstellung

01. Welche Vorteile bringt eine Diversity-Kultur mit sich?

Christina Landgraf: Wir bevorzugen den Ausdruck Inclusion-Kultur, denn Diversity ohne Inclusion ist nur die halbe Miete. Laut Einschätzungen von «Bersin by Deloitte 2017» sind Organisationen mit einer inklusiven Kultur innovativer, besser und erfolgreicher im Umgang mit Veränderungen und erreichen oder übertreffen finanzielle Ziele eher als Organisationen ohne derartige Kultur. Primär ist dies darauf zurückzuführen, dass sich Mitarbeitende in solchen Kulturen respektiert, wertgeschätzt und fair behandelt fühlen sowie in ihrer persönlichen Weiterentwicklung gefördert und gleichzeitig ermutigt werden, neue Ideen vorzubringen.

Gerda Schwindt: Stellen Sie sich vor, alle Mitarbeitenden hätten dasselbe Geschlecht, denselben ethnischen Hintergrund, die gleiche Ausbildung und dieselben Interessen. Liessen sich so innovative Produkte und Dienstleistungen entwickeln? Wohl eher nicht. Eine Diversity-Kultur schafft Vielfalt und Flexibilität im Denken, fördert den gegenseitigen Respekt und die Toleranz. Sie ermöglicht die Entwicklung neuer Ideen und neuer Arbeitsweisen und kann für Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil schaffen.

02. Wie sieht Diversity in Ihrem Unternehmen aus?

Christina Landgraf: Wir haben eine sehr diverse Belegschaft und glauben, dass jeder Mitarbeitende in seiner Individualität verschieden ist, weshalb wir auch nicht von Diversity, sondern von Respect & Inclusion sprechen. Diese sind fundamentale Bestandteile unserer Kultur und Talentstrategie, die wir in Talentprozessen, Trainings und im täglichen Miteinander fest verankert haben.

Gerda Schwindt: Glencore hat 146’000 Mitarbeitende in über 50 Ländern. Allein an unserem Hauptsitz im Kanton Zug vereinen wir über 54 Nationen – und dies obwohl die Mehrheit unserer Mitarbeitenden Schweizerinnen und Schweizer sind. Unser Leistungsspektrum umfasst die Gewinnung und Veredelung von Rohstoffen, den Transport, die Lagerung bis hin zur Vermarktung. Entsprechend vielfältig sind die Berufsprofile unserer Mitarbeitenden. Im Gegensatz zu unserem Marketingbereich stellt das Geschlechterverhältnis im Bergbau derzeit noch eine Herausforderung dar. Aber wir haben in verschiedenen Regionen spezielle Programme für Frauen eingeführt, die sich für Berufe im Bergbau interessieren.

03. Welche Rolle wird Vielfalt in Zukunft im Unternehmen spielen?

Christina Landgraf: Wir unterstützen unsere Kunden darin, ihre Herausforderungen gezielt anzupacken. Da ist es unerlässlich, innovativ und dynamisch zu sein. Wiederum bedingt dies eine vielfältige Belegschaft und eine inklusive Kultur, in der jeder zu Höchstleistungen motiviert wird. Daher wird Diversity & Inclusion auch in den kommenden Jahren einen hohen Stellenwert bei Deloitte haben.

Gerda Schwindt: Als multinationaler Konzern bleibt die Förderung einer vielfältigen Belegschaft für uns ein zentrales Thema. Unser Ziel ist es, dass unsere Arbeitskräfte die Vielfalt der Gemeinden widerspiegeln, in denen wir tätig sind. Deshalb werden wir weiterhin hauptsächlich lokale Arbeitskräfte einstellen und vor Ort Aus- und Weiterbildungsangebote anbieten, um die Berufskompetenzen der Bevölkerung zu stärken. Dies umfasst auch die berufliche Integration ethnischer Minderheiten – ein Engagement, das kürzlich sogar ausgezeichnet wurde.

Christina Landgraf | Head of Diversity & Inclusion, Deloitte Schweiz

 

Gerda Schwindt | Human Resource Manager, Glencore International AG