Flexible Arbeitsmodelle

Geschätzte Leserinnen und Leser

Dass sich die Arbeitswelt schnellen Schrittes verändert, ist kein Geheimnis mehr – wachsende Vielfalt, demografische Verschiebungen sowie der Anpassungsdruck an neue Anforderungen und Unternehmenskonzepte sind nur einige Treiber, die altbewährte Arbeitsmodelle einem kontinuierlichen Wandel unterwerfen. In der Schweiz sind flexible Arbeitsmodelle etabliert und nehmen an Bedeutung zu: Jeder dritte Erwerbstätige ist teilzeitbeschäftigt und knapp die Hälfte arbeitet heute weitgehend flexibel, nicht zuletzt begünstigt durch Technologien, die das Arbeiten zu jeder Zeit und von überall aus ermöglichen. Der grosse Wunsch nach Gestaltungssouveränität sowie integrierten Arbeits- und Lebensmodellen kann also immer besser erfüllt werden. Auch Unternehmen haben dadurch die Möglichkeit, effizienter auf betriebs- und kapazitätsspezifische Umstände zu reagieren.

Damit die Flexibilisierung aber auf allen Seiten zu gesteigerter Produktivität, erhöhter Motivation und grösserer Zufriedenheit führt, müssen die Bedürfnisse aller berücksichtigt werden. Es braucht klare unternehmensinterne Richtlinien sowie Unterstützung durch die Führungsverantwortlichen. Etwas, das sich theoretisch simpel anhört, stösst in der praktischen Umsetzung nach wie vor an Grenzen. Die Selbstführung der Mitarbeitenden, vertrauensvolle Zusammenarbeit und offene Kommunikation müssen von Führungspersonen durchgängig gefördert und vorgelebt werden. Dabei wirken Führungskräfte als Vorbilder. Die Realität zeigt jedoch, dass sie flexible Arbeitsmodelle wenig nutzen, weil sie Karriereeinbussen befürchten, das Arbeitsvolumen nicht reduzieren können und systematische Programme fehlen.

Es braucht also noch einiges, damit flexible Arbeitsformen zu einer Win-Win-Situation für alle werden. Vorerst wünsche ich Ihnen aber viel Spass beim Stöbern in der neuen Ausgabe des Leaders.

Jürg Eggenberger
Geschäftsleiter SKO