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Das letzte Wort

Authentizität bedeutet, die eigenen Schwächen zu kennen

Eigentlich bin ich zur Führungskraft nicht geeignet. Ich bin Journalist.

Mein Job ist es, Macht zu kritisieren. Und nicht, sie auszuüben. Ich bin nicht Chef, weil ich es besonders anregend finde, Chef zu sein. Ich habe wede Talent dazu noch eine Ausbildung oder ein gesteigertes Interesse an Führung. Ich kann deshalb auch nicht wirklich Tipps für authentische Führung geben. Ich kann bloss erzählen, warum ich tue, was ich tue.

Ich bin überzeugt, dass die «Republik» notwendig ist. Für die Zukunft des Journalismus in diesem Land. Für Leserinnen und Bürger, die vernünftige Informationen brauchen, um vernünftige Entscheidungen zu treffen. Für das Überleben der Demokratie. Und auch für mich.

Der Journalismus steckt viel tiefer in der Krise, als es die breite Öffentlichkeit wahrnimmt. Das tut mir weh. Ich halte es für gefährlich. Deshalb habe ich die «Republik» mitgegründet. So viel zu mir als authentischer Führungsperson. Mir geht es um die Sache. Die Mission. Den Inhalt. Um Leidenschaft und Leistung.

Personen in Führungspositionen zu haben, die klar kommunizieren können, geduldig sind, vermitteln und gut organisieren können, ist entscheidend für ein Unternehmen. Wichtiger als alles andere ist aber, dass man brennt für seine Arbeit. Weil ich in den klassischen Führungs-disziplinen alles andere als perfekt bin, ist es zuweilen anstrengend für meine Crew. Und manchmal auch für mich.

Aber hey: Niemand sollte bei der «Republik» arbeiten, weil es prestigeträchtig oder angenehm ist. Sondern weil es wichtig ist. Für mich geht authentische Führung nicht von einzelnen Personen aus. Authentizität bedeutet auch, dass Sie die eigenen Schwächen kennen. Heisst: Sie brauchen ein gutes Team. Und die «Republik» hat ein gutes Team.

Christof Moser | Text
Co-Gründer und Chefredaktor des werbefreien, unabhängigen Schweizer Magazins «Republik», das 2018 dank dem grössten Crowdfunding der Mediengeschichte gestartet ist. www.republik.ch