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Just for fun!

Als ich mich auf meine letzte Tour zu «Made in Hellwitzia» vorbereitet habe, war ich mit einem für mich neuen Phänomen konfrontiert: Facebook!

Zwar war ich auf den Social Media bereits aktiv, jedoch hatte ich mich noch nie so richtig damit auseinander gesetzt. Also habe ich mir einen guten Freund geschnappt und mich mit ihm hingesetzt, um mir die Kniffe der digitalen Kommunikation erklären zu lassen. Geduld war gefragt – und mein Bekannter hatte nachher ein paar graue Haare mehr auf dem Kopf. Als Comedian bin ich es gewohnt, Menschen zu unterhalten, auf der Bühne und im Rampenlicht zu stehen. Seit einigen Jahren geht meine Präsenz aber noch viel weiter: Während früher auf einer rudimentären Website gerade mal die Tourdaten und vielleicht eine Biografie abgebildet waren, gehören heute verschiedene Social-Media-Profile dazu. Fans wollen auch im Netz Spass haben. Dennoch muss ich mir hier genau überlegen, was ich poste, denn das Internet vergisst nie. Was aber manchmal auch seine Vorteile hat: Nach 37 Jahren bringe ich mit «Just for fun!» 2017 mein erstes Best-of-Programm auf die Bühne. Ich habe die Vorbereitungen auf dieses Programm auch genutzt, um auf mein langjähriges Bühnenschaffen zurückzuschauen. Und gesucht habe ich: nach Aufzeichnungen von alten Nummern, Musik aus vergangenen Programmen und manchmal auch nach dem Sinn des damals Wiedergegebenen – mit YouTube kein Problem. Irgendwer hat irgendwann irgendwo sicher etwas aufgezeichnet und ins World Wide Web gestellt.

So sehr ich die Chancen der sozialen Medien schätze und inzwischen auch zu nutzen weiss, so bin ich doch ein Kind der Analogie: Auf der Bühne zu stehen und mein Publikum «live» zu spüren, mit ihm zu interagieren, ist für mich viel mehr wert, als jedes Like auf Facebook.

Marco Rima
Schweizer Schauspieler, Kabarettist und Autor. Ab 2. März 2017 ist er mit seinem neuen Programm auf Schweizer Tournee.

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Migipedia.ch: Direkte Demokratie im Detailhandel

Mit Migipedia.ch verfügt die Migros über eine erfolgreiche Kundendialog- und Involvement-Plattform, die in ihrer Funktionsweise mit direkter Demokratie verglichen werden kann. Produktbewertungen von Kunden schaffen Orientierung und durch Crowdsourcing kann das Sortiment der Migros mitgestaltet werden. Um sich auch weiterhin differenzieren zu können, gilt es aber, Migipedia.ch weiterzuentwickeln.

In Zeiten, in denen Ratings und Reviews keine Alleinstellungsmerkmale mehr sind, ist Migipedia.ch, die Involvement-Plattform der Migros, noch immer einzigartig in der Marketingkommunikation im Lebensmitteldetailhandel. Differenzieren kann sich Migipedia nach wie vor mit der Kunden-Involvement-Massnahme Crowdsourcing. Damit erfüllt der grösste Detailhändler der Schweiz das Versprechen, immer kundennah zu sein und zu handeln. Bei über 65 Produktentwicklungen wirkten Kundinnen und Kunden bis heute mit. Von der Ideenphase über die Verdichtung der Ideen bis hin zur Degustation von Prototypen findet regelmässiges Kunden-Involvement bei ausgewählten Produktentwicklungen statt. Die Migros weist dabei einen hohen zweistelligen Millionenumsatz aus, der durch Crowdsourcing-Produkte erwirtschaftet werden konnte. Hoch ist auch das Engagement der Kundinnen und Kunden, bei Verpackungsdesigns oder Geschmacksrichtungen ihre Stimme abzugeben. Genau wie in der direkten Demokratie findet nur das von der Masse mit einer Mehrheit gewählte Produkt seinen Weg in das Migros-Regal.

Thematischer Ausbau der Plattform

Die Migros war schon immer Pionierin, lange bevor der Fortschritt der Digitalisierung die Unternehmenskultur erreicht hat. Zudem ist Kunden-Involvement tief in der Migros-DNA verwurzelt. Als persönlichen Willen und allgemeines Vermächtnis hinterliessen Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler und seine Frau 15 Thesen. Eine dieser Thesen besagt, dass das Allgemeininteresse über das Migros-Genossenschafts-Interesse gestellt werden müsse. Mit Migipedia.ch wird die Detailhändlerin diesem Grundsatz auch in Zeiten der Digitalisierung gerecht. Welche Chancen ergeben sich für den Marketing-Mix, wenn Crowdsourcing nicht nur im Bereich der Produkte, sondern auch in den Bereichen Price, Place und Promotion zum Einsatz kommt? Diese Frage gilt es, zu beantworten, um das Erbe von Gottlieb Duttweiler auf eine moderne und digitale Art und Weise weiterzuführen.

Price, Place und Promotion

Involvement im Pricing-Bereich bedeutet nicht, dass Kundinnen und Kunden bei der Zahlung im Laden oder beim Online-Check-out so viel bezahlen, wie sie für angemessen halten. Es geht vielmehr darum, Wissen zu sammeln, für welchen Mehrwert Kundinnen und Kunden zu zahlen bereit sind. Involvement im Bereich Place beinhaltet nicht nur die Kundeninvolvierung bei der Gestaltung von Verkaufsflächen, sondern auch das Anbieten von Involvement-Möglichkeiten an unterschiedlichen Touchpoints. Am Beispiel von Migipedia.ch bedeutet dies konkret, dass sich die über 100 000 Mitglieder starke Community auf unterschiedlichen Websites und auf der Migros App informieren, austauschen und einbringen kann. Der Bereich Promotion befasst sich mit der Generierung von Insights, damit Kommunikationsbotschaften für Kunden an Relevanz gewinnen. Zusätzlich tragen moderne Analytics-Möglichkeiten dazu bei, dass die Migros ihre Kundschaft besser kennenlernen und mit Botschaften ansprechen kann, die für diese noch relevanter sind.

Erfüllung des eigenen Anspruchs

Die Ausweitung von Kunden-Involvement in unterschiedlichen Bereichen des Marketings bringt neue Herausforderungen mit sich. Digitalisierung von Daten, optimierte Prozesse und interdisziplinäre Strukturen sind für eine ganzheitliche Wertschöpfung von Crowdsourcing-Möglichkeiten innerhalb von verschiedenen Marketingfeldern Voraussetzung. Eine gezielte Weiterentwicklung von Crowdsourcing auf Migipedia.ch stellt sicher, dass die Migros auch in Zukunftden eigenen Anspruch erfüllt und Pionierin im schweizerischen Detailhandel bleibt.

 

Philipp Bühler
Philipp Bühler ist Projektleiter Digitale Kommunikation beim Migros-Genossenschafts-Bund.

Tipps vom Profi

So klappts mit dem Business-Account bei Instagram

Hinter Instagram verbirgt sich eine Welt der Reisenarren, Fashionfans, Selbstdarsteller – und Brand-Ambassadoren! Denn viele Firmen haben die Social-Media-Plattform bereits für sich entdeckt und nutzen sie geschickt für ihre Werbezwecke. Aber Achtung: Ab und zu ein Foto posten reicht noch lange nicht, um bei Instagram erfolgreich mitzumischen. Was es braucht, um sich als Unternehmen gekonnt bei Instagram zu inszenieren, weiss Naomi Meran. Sie ist Beraterin für digitales Marketing bei Nemuk und hat knapp 60 000 Follower bei Instagram.

Die richtige Strategie

Community-Management bei Instagram erfordert Ausdauer und Konsistenz. Es lohnt sich, etwas Zeit in eine solide Strategie zu stecken. Dabei sollten folgende Fragen im Zentrum stehen: Wer ist meine Zielgruppe? In welchen visuellen Welten ist sie zu Hause? Welchen Content erwartet sie? Wie kann ich die Zielgruppe einbinden, wie den Brand stärken?

Einheitlicher Stil

Egal, welche Strategie ein Unternehmen für seinen Account wählt: Am allerwichtigsten ist und bleibt das Auge des Betrachters. Bilder, Farben, Bearbeitung und Ausschnitte sollten in einem einheitlichen Stil daherkommen.

Die richtigen Hashtags nutzen

Hashtags müssen strategisch eingesetzt werden, um mehr Likes für Bilder zu generieren und mehr Follower zu bekommen. Über Hashtags werden Bilder auf Instagram in einen Kontext gesetzt, gesucht und gefunden. Je häufiger also ein Hashtag genutzt wird, desto grösser wird die Community, die ein Produkt, eine Marke oder einen Account bewusst wahrnimmt. Hashtags können die Reichweite der Inhalte vergrössern, die Marke stärken und ihr helfen, in übergeordneten Kategorien und Themenfeldern gefunden zu werden. Besonders für Nischenprodukte kann sich ein gepflegter Instagramauftritt also lohnen. Generell gilt es, einen kurzen, nicht zu generischen Hashtag zu wählen, der für sich oder für den Brand spricht. Je spezifischer ein Hashtag ist, desto engagierter wird die Community ihn einsetzen.

Community first

Heute vermischen sich Inhalte mit Produktplatzierungen, Blogger werben für Marken und Produkte. Online-Empfehlungen haben einen grossen Einfluss auf den Kaufentscheid der User. Wer es also schafft, seine Botschaft über eine visuelle Sprache zu transportieren, hat vieles richtig gemacht. Wird eine Marke durch die Verwendung von gebrandeten Hashtags von Usern verbreitet, macht dies einen Brand erlebbarer, sympathischer und glaubwürdiger. Die bestehende Community wird gestärkt und ein grosses Publikum kann zusätzlich erreicht werden.

Influencer

Influencer sind die Power-User mit einer grossen Community. Immer häufiger arbeiten Unternehmen mit Influencern zusammen, weil diese authentisch sind, eine spezifische Zielgruppe ansprechen und ohne Weiteres pro Bild mehrere Tausend Likes generieren können. Diese Werte sind oftmals um ein Vielfaches höher als die Erfolgsquote klassischer Anzeigenkampagnen.

Naomi Meran