,

Cyberattacken: Es kann jeden treffen

Bankraub war gestern. Wer heute schnell ans grosse Geld kommen will, braucht dafür kein Stemmeisen, keine Pistole und kein Fluchtauto. Sondern eine gute Internetverbindung und kriminelle Energie. Die Hacker sind überall und jeder kann zum Opfer werden.

Endlich Wochenende! Bauunternehmer Sascha will im Büro rasch ein paar Rechnungen stellen. Doch sein Com­puterbildschirm bleibt dunkel. Schliesslich erscheint eine Schrift und fordert ihn auf, zwei Bitcoins zu über­weisen, umgerechnet etwa 7000 Franken. Sonst bleibe das gesamte System gesperrt. Sascha wird abwechselnd heiss und kalt. Offensichtlich wird er gerade zum Opfer einer Cybererpressung. Was soll er jetzt bloss tun?

Beim Familienhotel «Touristenglück» hat sich über einen E-Mail-Anhang ein Virus im Netzwerk verbrei­tet. Inhaber Beat ist verzweifelt. Denn nun steht alles still: Die Schlüsselkarten der Gästezimmer funktio­nieren nicht mehr, er kann weder Buchungen noch Abrechnungen vornehmen. Auch die Einsatzplanung fürs Personal ist nicht mehr zugänglich. Wer zahlt Beat den Verdienstausfall?

Treuhänderin Regula sitzt stirnrunzelnd vor dem Com­puter: Wo kommen diese Zahlungen her? Schliesslich wird ihre schlimmste Befürchtung zur Gewissheit: Ein Hacker hat sich über eine vermeintlich hilfreiche Software aus dem Internet Zugriff zu ihrem E-Banking verschafft. Das Schlimmste dabei: Er hat nicht nur von ihrem Firmenkonto Geld abgezogen, sondern auch von den Konten verschiedener Kunden. Muss die Treuhänderin nun Insolvenz anmelden?

KMU sind besonders gefährdet
Diese drei Beispiele zeigen eindrücklich, welche Ge­fahren KMU im Internet drohen. Am gefährdetsten sind Unternehmen mit zwischen 10 und 50 Mitarbei­tenden: Sie sind gross genug, um für Hacker interessant zu sein – aber nicht gross genug, um einen eigenen IT-Spezialisten zu beschäftigen.

„Am gefährdetsten sind Unternehmen mit zwischen 10 und 50 Mit­arbeitenden.“

Nach einer aktuellen Studie der Zurich Versicherung haben bereits zwei von fünf KMU einen Cyberangriff erlebt. Bei 39 Prozent der Betroffenen verursachte die Attacke einen kompletten Stillstand im Betrieb: Auf­träge blieben liegen, Kunden mussten warten oder die Produktion war unterbrochen.

Oft werden die Mitarbeitenden ungewollt zu Helfern der Hacker. Denn E-Mails sind das häufigste Einfallstor für Cyberattacken: Aktuelle Phishing-E-Mails imitie­ren Geschäfts-E-Mails hochprofessionell in Text und Gestaltung und sind deshalb schwer zu erkennen. Ein Virus, der auf diese Art eingeschleppt wird, legt möglicherweise nicht nur das System lahm, sondern könnte auch dazu führen, dass Kreditkartendetails der Kunden auf einschlägigen Internetseiten auftauchen oder Gelder abgezogen werden. So kann ein noch weit grösserer Schaden entstehen – finanziell und auch für die Glaubwürdigkeit des Unternehmens.

„E-Mails sind das häufigste Einfallstor für Cyberattacken.“

Cyberrisiken sind Chefsache
Leider bieten auch die besten Sicherheitsmassnahmen keinen kompletten Schutz vor Hackerangriffen. Wer seine Mitarbeitenden konsequent schult und seine IT professionell verwaltet, kann das Risiko zumindest verringern. Ausserdem ist es wichtig, im Fall der Fälle gewappnet zu sein: Dazu gehört, dass man Daten kon­sequent sichert, am besten täglich. Anschliessend muss das Backup vom Netzwerk getrennt werden, damit die Schadenssoftware dieses nicht erreichen kann.

Ausserdem lohnt es sich, die weitreichenden Folgen von Cybervorfällen über Versicherungen abzusichern. Eine gute Cyberversicherung kommt nicht nur für die direkten und indirekten Kosten von Cyberattacken auf, sondern bietet auch Schutz bei Ansprüchen Dritter und verfügt über ein breites Netzwerk von Spezialisten. Denn das Thema betrifft nicht nur die IT: Die Folgen von Angriffen können die Existenz von Unternehmen gefährden. Deshalb müssen Cyberrisiken Chefsache sein – oder zumindest in der Verantwortung der Ge­schäftsleitung. »

 

Cyberversicherung mit 10 Prozent Rabatt
Unter zurich.ch/partner finden Sie alle Informationen zu den Angeboten von Zurich.
Hier können Sie Ihre individuelle Prämie berechnen und Ihre persönliche Offerte erstellen.

Zeltferien für Lohas-Familien

Ein Kunstwort beschreibt die junge Form der traditionellen Zeltplatzferien: «Glamping» setzt sich aus «Glamour» und «Camping» zusammen. Der Urlaub in fest installierten Komfortunterkünften auf dem Campingplatz ist nicht zuletzt bei Familien mit nachhaltigem Lebensstil beliebt.

«Du drehst dich morgens wegen der Rückenschmerzen auf der Luftmatratze und hast als Erstes eine klatschnasse, kalte Zeltwand im Gesicht – das brauche ich nicht mehr», sagt Tanja K. Dabei sieht die Mutter zweier Knaben im Alter von fünf und sieben Jahren durchaus die romantische Seite des Campings. «Es geht darum, eine Zeit lang sozusagen draussen zu leben, die Natur direkt zu spüren und sich von den strikten Regeln des ‹zivilisierten› Alltags zu lösen.»

Das sollen ihre Jungs auch erfahren, und sie freuen sich deswegen enorm auf die Ferientage auf dem Campingplatz von Sitten im Wallis. Dort haben Tanja und ihr Mann für eine Woche einen «Zeltbungalow» gemietet. «Man kann darin stehen, er hat mehrere Schlafräume und eine kleine Küche mit Kühlschrank.» Auf dem gleichen Zeltplatz sind noch weit luxuriösere Unterkünfte zu haben, «aber die waren, als wir uns im Frühsommer für diese Art der Ferien entschieden haben, alle bereits ausgebucht.»

Der «Family-Pod»

Glamping, die Kombination aus Glamour und Camping, liegt im Trend. Der TCS, mit 23 Plätzen grösster Camping-Anbieter der Schweiz, hat sein Angebot von reinen Stellparzellen um feste Installationen wie sogenannte «AirLodges», «Bungalows», «Cabanes», «Family Pods Deluxe», «Mobilhomes» und «Safari-Zelte Deluxe» erweitert. Mit zwei Effekten: Zum einen wird eine neue Kundschaft angezogen, die bisher eher in Hotels oder Ferienwohnungen Urlaub buchte. Zweitens wird die Rentabilität durch die bequemere, aber auch teurere Form des Campings deutlich gesteigert – nicht nur wegen des höheren Umsatzes pro Quadratmeter, sondern auch, weil die witterungsfesteren Unterkünfte viel besser und viel länger ausgelastet sind als die Zeltparzellen. «Die Zahlen», sagt TCS-Generaldirektor Jürg Wittwer, «belegen ganz klar, dass wir damit den Zeitgeist treffen und die Bedürfnisse der heutigen Camping-Generation abholen.»

Das «Safari-Zelt Deluxe» verfügt über Möblierung, Parkettboden …Wir leben mitten in der Stadt und besitzen weder Auto noch Zeltausrüstung.

Mehr als nur bequem

Und diese Bedürfnisse sind weit mehr als ein hedonistischer Auswuchs der Konsumgesellschaft. Wer hinschaut, erkennt, dass Glamping nicht zuletzt bei der jungen Generation mit einem «lifestyle of health and sustainability» (LOHAS) beliebt ist. Denn der materielle Aufwand für diese Art des Campings ist in der Gesamtbilanz geringer, und die Anreise beispielsweise kann auch mit dem öffentlichen Verkehr erfolgen: «Wir leben mitten in der Stadt und besitzen seit Jahren kein Auto mehr, geschweige denn eine Zelt- oder Urlaubsausrüstung», erklärt Tanja. «Wir hätten Zelte, Luftmatratzen und die ganze restliche Ausrüstung für eine Woche Ferien kaufen oder ausleihen müssen.» Das Glamping-Angebot sei die ideale Möglichkeit für Leute mit nachhaltigem Lebensstil, um diesen Typ Ferien auszuprobieren und dabei den geringsten CO2-Fussabdruck zu verursachen: «Wir haben sogar das Gepäck mit dem SBB-Gepäckdienst nach Sitten geschickt und konnten so völlig unbeschwert mit den Kindern ins Wallis reisen.»

…und eine komplette kleine Küche.

In ihrem Freundeskreis ist Glamping verbreitet, erzählt die Angehörige des mittleren Kaders eines Schweizer Grosskonzerns. Den modernen Familien, die schon im Arbeitsleben grösste Flexibilität bei ständiger Erreichbarkeit gewohnt sind, ist die Sharing-Ökonomie des geteilten Nutzens längstens näher als die Schrebergartenmentalität der Nachkriegsgeneration. AirBnB, Uber und Mobility waren die Vorreiter, Glamping verbindet das Nützliche mit dem Angenehmen und dem ökonomischen Trend: nutzen und mieten statt kaufen und herumstehen lassen – wie den Wohnwagen, der 50 von 52 Wochen auf dem Parkplatz vor dem Haus steht.

Das «Tipi» lässt Indianer-Feeling aufkommen.

Erst der Anfang

Der TCS hat diesen Trend erkannt und seine Campings je nach Lage und Publikum oder Auslegung mit den neuen Unterkünften und dem gesamten Angebot aufgerüstet. «Zum Glamping gehören aber weitere Angebote», sagt Oliver Grützner, Leiter Freizeit und Tourismus beim TCS, «sei es ein ansprechendes Restaurant auf dem Platz, ein Wellnessbereich, ein grosses Freizeitangebot, eine Poollandschaft und viel Liebe zum Detail. In der Schweiz stehen wir erst am Anfang dieser Entwicklung.»

Tanjas Familie hat die Woche Glamping in Sitten jedenfalls genossen, die beiden Buben sind vom «Zelten» begeistert. Und das wohl nicht nur, weil sie in den Feldbetten keine Rückenschmerzen und morgens nicht die nasse Zeltwand ins Gesicht gekriegt haben.

Peter Bergmann

Vom Werkmeisterverband zur SKO

125 Jahre Geschichte in Dokumenten und Objekten

Die Schweizer Kader Organisation SKO feiert 2018 ihr 125-jähriges Bestehen. 1893 gegründet, hat sich die SKO vom Werkmeisterverband zu einem branchenübergreifenden Wirtschaftsverband entwickelt, der die Interessen aller Führungskräfte in der Schweiz vertritt. Unser Fotograf hat die bewegte Geschichte des Verbands in Karton und Leder (Bild oben) und anderen Objekten abgebildet.

Die «Werkmeister-Zeitung» – das Verbandsorgan des Ursprungsverbands.

Anstecknadeln waren schon immer ein ebenso beliebtes wie diskretes Zugehörigkeitssymbol zu Gemeinschaften, Verbänden oder Gewerkschaften: Hier die ersten filigranen «Pins» des Werkmeisterverbands – ein «W» und «V».

Eine Zentralvorstandssitzung 1979 – der beeindruckende Tisch steht heute noch im Sitzungszimmer der SKO.

Die Sektion Winterthur feierte 1918 mit einer fotografischen Postkarte ihr 25jähriges Bestehen.

,

Rennfahrerin, ein etwas anderes Arbeitsmodell

In Personalunion mit 250 km/h als Rennfahrerin auf einem über 200 PS starken Superbike in einer der am härtesten umkämpften Klassen antreten, Markenbotschafterin, Leistungssportlerin, Mutter zweier Teenager und selbstständige Unternehmerin sein – zugegeben, das ist kein klassisches Arbeitsmodell.

Dass wir Frauen «Multitasking» aus dem Effeff beherrschen sollen, reicht hier alleine auch nicht aus, um in den genannten Disziplinen dann auch Erfolg zu haben. Dafür werden ein paar Dinge mehr benötigt: permanente Zielfokussierung, absolute Leidenschaft, Agieren abseits des Mainstreams, Durchhaltevermögen, starke Partner und eine Familie als ruhender Pol.

Ich weiss nicht, was genau ein klassisches Arbeitsmodell heute noch sein soll, wo sich so vieles im Wandel befindet und wir gerade eine Zeit der Neuausrichtung durchleben. Ich habe aber das Gefühl, dass meine beiden Tätigkeiten als Unternehmerin und Rennfahrerin mehr Gemeinsamkeiten aufweisen, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Denn um erfolgreich zu sein, braucht es in beiden Sparten doch sehr viel mehr als nur ein bisschen von allem. Ich kann nicht nur «ein wenig …» – mein Motto lautet: Entweder ganz oder gar nicht. Und wenn, dann mit allem, was ich habe. Ob Leidenschaft oder fast schon Besessenheit, ohne dieses absolute Brennen für die jeweilige Sache kommt kein Erfolg, weder im Unternehmen noch im Sport. Wie überall ist dies aber auch mit Nachteilen verbunden: Dieser Teil von mir ist nicht immer bequem, teilweise ist er gar anstrengend für alle um mich herum. Doch letzten Endes ist es eben genau dieser Biss, der den Unterschied macht.

Jeder Tag erfordert das Setzen und Einhalten von Prioritäten für meine Firmen, die Vermarktung meiner Person, den Sport und die Familie – alles Herausforderungen, die ich liebe. Denn ich freue mich täglich auf Neues, Spannendes und ungeahnte Möglichkeiten. Und das am liebsten mit Vollgas!

Sabine Holbook

Motorradrennfahrerin, Markenbotschafterin und Unternehmerin.

,

Philipp Sauber

Geschäftsführer und Partner | Plan.Net Suisse AG


Die zündende Idee

Ich weiss, wie man Inputs streut, damit sich im Team ein Ideenfeuerwerk entzündet. So gesehen bin ich eigentlich der, der die Zündschnüre auslegt.

Blick in die Zukunft

Für Eltern gibt es wohl kaum etwas Aufregenderes, als die Kinder aufwachsen zu sehen. Besonders gespannt bin ich darauf, wie sich meine Kinder entwickelt haben werden, wenn sie in meinem Alter sind.

Die Überzeugung

Mein Herz schlägt natürlich für meine Familie und dafür, dass es allen gut geht, für die ich verantwortlich bin.

Das Produkt

1991 war’s die Computersprache Assembler, dann C++. Heute überlasse ich die digitale Kommunikation meinen Profis.

Das Ziel

Theoretisch jede Firma der Schweiz, denn sie alle sind potenzielle Kunden. Das macht meinen Beruf so unglaublich spannend.