Karriereförderung mit dem KIGA und der SKO

Die Schweizer Kader Organisation hilft stellensuchenden Führungs- und Fachkräften, ihre Arbeitsmarktfähigkeit zu steigern. Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt nimmt Graubünden als erster Kanton das entsprechende SKO-Programm in sein Angebot an arbeitsmarktlichen Massnahmen auf.

Dass reine Fachkompetenz im modernen Arbeitsmarkt nicht mehr ausreicht, um eine erfolgreiche Karriere voranzutreiben, davon können keineswegs nur über 50-jährige Stellensuchende ein Lied singen. Auch jüngere Führungs- und Fachkräfte haben längst die Erfahrung gemacht, dass die «Arbeitsmarktfähigkeit» (englisch Employability) aus weit mehr besteht als dem erworbenen Fachwissen auf dem Beruf: Sozialkompetenz, Sprachgewandtheit, Flexibilität, Wille zur Verantwortung und weitere Faktoren bestimmen heute, wer weiterkommt und wer – bisweilen trotz guter Leistung – stehen bleibt. Seit Jahren bietet die SKO ihren Mitgliedern mit dem Beratungsdienst im KarriereService die Möglichkeit, die eigene Position in diesem System zu bestimmen, die Möglichkeiten zu analysieren und zu reflektieren und nötige Schritte für ein Weiterkommen strategisch zu planen.

Pilotprojekt mit vielversprechenden Resultaten
Im vergangenen Jahr ist das Programm in einem Pilotprojekt gezielt stellensuchenden Schlüssel-, Fach- und Führungskräften zur Verfügung gestellt worden. Dazu ist die SKO eine Partnerschaft mit dem Kanton Graubünden eingegangen und hat ihr Programm zur Laufbahnberatung an die spezifischen Bedingungen angepasst. Während zwölf Monaten arbeiteten das KIGA Graubünden mit seinen Regionalen Arbeitsvermittlungszentren RAV und die SKO eng zusammen. Dabei unterstützte der SKO-KarriereService mit dem Beratungsangebot Karriere-Neuorientierung RAV Stellensuchende Kader bei deren beruflicher Neuorientierung. Sie erhielten Gelegenheit, in einem auf rund sieben Sitzungen und 15 Stunden ausgelegten Programm binnen drei Monaten ihre Arbeitsmarktfähigkeit zu steigern. Das Projekt wurde während der Pilotphase vom Sozialfonds der SKO finanziert, einer Stiftung, deren Zweck in der Vorsorge zugunsten der Mitglieder und in der Unterstützung bei Arbeitslosigkeit besteht. Das Angebot war somit für die Klientel und den Kanton kostenlos.

Der Erfolg spricht für sich: Mehr als 50% der Absolventen des Programms fanden binnen weniger Monate eine Stelle. Dabei zeigte sich auch, dass keineswegs nur die über 50-Jährigen von Stellenverlust aufgrund des technologiebedingten Strukturwandels betroffen sind.

Und es konnte bewiesen werden, dass diese Altersklasse mit den entsprechenden Beratungsmassnahmen durchaus konkurrenzfähig bleibt.

Nach der gemeinsamen Auswertung der Ergebnisse ist das Bündner Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit jetzt eine Leistungsvereinbarung mit der SKO eingegangen: Das Angebot wird offizieller Teil der arbeitsmarktlichen Massnahmen der Bündner RAV.

Inhaltlich lehnt es sich eng an das Karriereberatungsprogramm der SKO an: Wie in den Modulen «Boxenstopp», «Laufbahncoaching» und «Neuorientierung» werden nach einer Standortbestimmung mit dem SKO-Karriereberater zusammen Wünsche, Möglichkeiten und Ziele evaluiert und natürlich Stärken und Schwächen sowie persönliche Fähigkeiten analysiert. Darauf aufbauend werden Perspektiven entwickelt, Strategien festgelegt und konkrete Massnahmen erarbeitet. Das Programm ist für die Teilnehmer unentgeltlich: Der Kanton übernimmt nun im Rahmen der Leistungsvereinbarung die Kosten, die SKO liefert das Beratungs- und Coachingangebot. Der erfolgreiche Pilotversuch ist nicht unbemerkt geblieben: Bereits interessieren sich andere Kantone für ähnliche Programme, konkrete Gespräche sind im Gange.

Das Engagement der SKO beruht dabei auf den Grundsätzen der bereits 2002 verabschiedeten Position zu sozialpolitischen Fragen auf Bundesebene. In ihrer Sozialcharta setzt die Kaderorganisation seit 2016 ihre Prioritäten auf den Kernbereich «Zurück an die Arbeit statt Taggelder».

Von «Boxenstopp» bis «Laufbahncoaching»
Das zielgruppensegmentierte Karriereberatungsprogramm der SKO ist nach seiner Einführung 2014 für Mitglieder stetig ausgebaut und auf Nichtmitglieder ausgeweitet worden. Es richtet sich an Nachwuchskader genauso wie an erfahrene Führungskräfte, die ihre Stärken – Kompetenzen – optimieren möchten, oder die vor einer Neuorientierung stehen: Ob gezwungenermassen wegen Veränderungen vonseiten des Arbeitgebers, auf eigenen Wunsch oder basierend auf der Karrierestrategie, die Erreichung der eigenen Ziele hängt immer von der Arbeitsmarktfähigkeit ab. Deren stetige Entwicklung mit all ihren Facetten ist in Zeiten des Umbruchs, der technologischen und der organisatorischen Umwälzungen in der Arbeitswelt 4.0 nicht mehr nur Gebot der Stunde, sondern eine Grundanforderung für die Planung der eigenen beruflichen Karriere.

Die Arbeitsmarktfähigkeit ist aber auch für die Arbeitgeber von Bedeutung: Nachhaltige Mitarbeiterbindung durch den Aufbau einer attraktiven Arbeitgebermarke ist in den strategischen Überlegungen erfolgreicher Unternehmen fixer Bestandteil, um dem viel diskutierten Fachkräftemangel entgegenzutreten. Es ist für beide Seiten von grosser Bedeutung, die Arbeitsmarktfähigkeit der Mitarbeitenden zu fördern. Unternehmen gewinnen nur mit kompetenten und fähigen Mitarbeitenden an Wettbewerbsfähigkeit. Arbeitnehmende bleiben damit in der immer komplexer werdenden
Arbeitswelt 4.0 konkurrenz- und leistungsfähiger.»

Zum KarriereService der SKO:
www.sko.ch/karriere