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Marco Solari

Die zündende Idee

Gespräche mit Menschen, jungen und alten, intellektuellen und einfachen, solchen, die suchen, immerfort suchen.

Blick in die Zukunft

Künstliche Intelligenz, Digitalisierung und Robotik – Segen oder Fluch? Es hängt allein von uns ab!

Die Überzeugung

Respekt und «Pietät» im Sinne von Toleranz und «Barmherzigkeit».

Die Dienstleistung

Veranstaltungen von hohem künstlerischem Wert wie das Filmfestival von Locarno und die Literaturtage am Monte Verità in Ascona.

Das Ziel

Dass der Mensch die Neugier nie verliere, Motor auch des ethischen Fortschritts.

Das Filmfestival von Locarno ist das wichtigste Schweizer Event im Bereich des Films seit seiner ersten Durchführung 1946.

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Über die Zauberformel des Erfolgs

«Jung, dynamisch, innovativ.» Wer hat noch nicht und wer will nochmal sein Unternehmen mit diesen Schlagworten anpreisen und sich auf dem Markt anbieten? Sie sind in guter Gesellschaft. In Firmenportraits, Stelleninseraten oder Bewerbungen findet sich dieser Slogan zuhauf. Wie eine Art Kampfesruf und Formel für den garantierten Erfolg.

Wie aber steht es tatächlich? Man ist so alt, wie man sich fühlt, heisst es. Also bleiben wir natürlich ewig jung. Dynamisch sind wir im Geiste sowieso, und Zweiflern an unserer physischen Dynamik zeigen wir am Marathon, am höchsten Berg oder am Wirtschaftsforum beim wilden Leben in Zelten, wo es langgeht. Sind wir aber auch innovativ, also (gemäss Duden) neuartig, fantasievoll, ideenreich, originell, schöpferisch? Die gebetsmühlenartige Beschwörung des Innovativen bei vielen Unternehmen suggeriert einen laufenden Output an tollen neuartigen und erfolgreichen Produkten. Echte «Killer-Applikationen» sind auf dem Markt trotzdem nicht die Regel. Innovativ sein ist offenbar weder ein Dauerzustand noch die logische Steigerung von jung und dynamisch. Innovation lässt sich nicht erzwingen. Vielmehr «überkommt» es uns in Form einer Eingebung. Irgendwann, plötzlich, unerwartet keimt in uns eine Idee auf, wie wir ein Problem angehen oder einen komplizierter Knoten lösen oder womit wir beim Kunden auf Begeisterung stossen könnten. Wir haben eine Inspiration. Das lateinische «inspiratio» bedeutet «Beseelung» oder «Einhauchen» im Sinne einer Eingebung. Erst nach diesem initialen «Geistesblitz» ist für dessen Umsetzung aktive und schöpferische Innovation gefragt. Bei Inspirationen befinden wir uns in einer eher passiven Rolle. Weshalb wir vielleicht empfänglicher sind, wenn wir das Dauer-Aussenden von Innovationsparolen ab und zu mal abstellen.

Copyright SRF/Oscar Alessio

Thomas Bucheli
Schweizer Meteorologe und Fernsehmoderator

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Mit Herzblut und viel Liebe zum Detail

2014 kam Monika Walser zu de Sede. Ihre Hauptaufgabe: die Polstermanufaktur mit Sitz in Klingnau aus den roten Zahlen herauszuholen und ihr zu ihrem einstigen Ruhm zurückzuverhelfen. Eine Herausforderung! Doch Monika Walser packte an und schaffte innerhalb von drei Jahren den Weg zurück nach oben. Wie gelang ihr dies und was bewegt die Firma heute? Monika Walser gibt einen Einblick in ihre Strategie, in die heutige Situation wie auch in die Zukunft der Schweizer Traditionsmanufaktur.

«Es war keine leichte Hausaufgabe im Frühjahr 2014. Doch heute, wenn ich zurückblicke, bin ich unfassbar froh, dass ich die Herausforderung annehmen durfte und die Firma de Sede wieder dahin bringen konnte, wo sie hingehört: Als ein Unternehmen mit motivierten und passionierten Mitarbeitenden, als eine Traditionsmanufaktur mit einer bewegenden und unvergesslichen Geschichte und als eine Innovationsmanufaktur mit bahnbrechenden Erfindungen im Polstermöbelsegment», erläutert Monika Walser, CEO von de Sede.

Lederzuschnitt zurück in die Schweiz

Kaum war die 52-jährige Aargauerin da, traf sie eine der grössten und investitionsreichsten Entscheidungen: den zuvor ausgelagerten Zuschnitt und Einkauf des Leders wieder in die Schweiz zurückzuholen. «Um unseren hohen Schweizer Qualitätsstandard zu gewährleisten und um langfristig Kosten einzusparen, war dieser Entscheid für mich unabdingbar. Eine Lederhaut ist für uns wie ein Goldbarren und muss auch so behandelt werden. Deshalb ist der Lederzuschnitt in der Fertigung von Polstermöbeln für die Qualität des Möbels sehr wichtig», erklärt Monika Walser. Bis vor drei Jahren war das Lederzentrum aus sogenannten «Kostengründen» nach Deutschland ausgelagert. Dort fiel bei den bis zu 1500 Franken teuren Rindshäuten viel zu viel Verschnitt an. Seit das Lederzentrum wieder in Klingnau ist und mit einer neuen Laserschneidemaschine arbeitet, beträgt der Verschnitt nur noch halb so viel. «Das musste man erst einmal erklären: in einer Firma, der es so schlecht geht, in einem ersten Schritt eine teure Maschine anzuschaffen. Doch langfristig hat sich die Investition mehr als gelohnt …», bestätigt Walser.

Der Entscheid war nicht nur investitionsbedingt weitreichend, auch gegenüber den Mitarbeitenden war es eine Bewährungsprobe. Durch die vielen Management- wechsel in den vorhergehenden Jahren gab es oft Geschäftsleiter, die viel geredet, doch letztendlich nichts umgesetzt haben. «Man hatte mir damals nicht glauben wollen und können, dass der Plan auch wirklich realisiert wird. Doch nach zwei Monaten war es so weit. Die Laserschneidemaschine wurde installiert. Nach wenigen Versuchen und Einstellungsanpassungen fingen wir an, zuzuschneiden – und das Eis mit den Mitarbeitenden war in einem ersten Schritt gebrochen», erinnert sich Monika Walser. Und das war das zweite grosse Standbein, auf das Walser setzte: die Mitarbeitenden. Walsers Grundprinzipien der Mitarbeiterkommunikation basieren auf Transparenz, Ehrlichkeit und Direktheit. «Gerade zu Beginn haben wir uns oft getroffen. Nicht nur die Geschäftsleitung, sondern das gesamte Unternehmen – egal ob Aussendienstler oder Polsterer. Wir haben zugehört und nicht einfach über die Köpfe hinweg entschieden und offen und direkt kommuniziert, sowohl Positives als auch Negatives. Die neue Art zu kommunizieren kam natürlich nicht bei jedem Mitarbeitenden gut an, denn viele waren die Direktheit nicht gewohnt und konnten mit Kritik und den daraus folgenden Diskussionen nicht umgehen – und das ist bis heute ein Problem. Doch ich bin der Meinung, dass genau das die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit ist. Manchmal diskutieren wir heiss während Meetings, und das braucht es, denn ein lebhafter Dialog führt zu guten Argumenten, die uns dann weiterbringen», schmunzelt Monika Walser.

Der Welt zeigen, was bei uns passiert

Heute glänzt die Möbelmanufaktur mit einer Kollektion aus über 90 Designerstücken: Sofas, Sessel, Liegen, Bänke, Stühle und Tische, die mit grösster Handwerkskunst und viel Liebe zum Detail ausschliesslich in der Schweiz produziert werden. «Wir sind knapp in den schwarzen Zahlen, doch das reicht uns noch lange nicht. Deshalb stelle ich gemeinsam mit meinem Geschäftsleitungsteam die Manufaktur nochmals komplett auf den Kopf. Unser Brand soll nicht nur bekannt sein, sondern auch Emotionen wecken. Wenn man auf einem Polstermöbel von de Sede sitzt, soll man spüren, wie viel liebevolle Handarbeit dahintersteckt. Man soll fühlen, wie wertvoll wir das Leder verarbeitet und welch kunstvollen Nähte wir gesetzt haben. Man soll merken, wie viel Designerkunst sich dahinter verbirgt.

Um diese Emotionalisierung zu erreichen, setzen wir auf zwei grosse Maximen oder – wie ich auch gerne sage – auf zwei Herzhälften. Die erste ist die Manufaktur. Sie soll gehegt und gepflegt werden. Unser Handwerk wurde seit Generationen weitergegeben und es wird auch künftig federführend sein. De Sede soll für Handarbeit stehen und Handarbeit für de Sede. Das wäre perfekt – und kündigt zugleich die zweite Maxime an: Wir möchten ein ‹Medienhaus› werden und unser Markenerlebnis auf der ganzen Welt verbreiten. Man kann sich unser Medienhaus wie ein grosses Glashaus vorstellen – alles ist transparent und kann beobachtet und erlebt werden. Unser Glashaus produziert dabei nonstop Inhalte, die über alle möglichen Kanäle gestreut werden: von Print über Online mit einer neuen Website und Social Media bis hin zu weite- ren Kampagnen. Unser Ziel ist es, der Welt zu zeigen, was bei uns passiert, und die Menschen dazu zu bringen, über uns zu sprechen. Wie sieht unsere Produktion aus? Was ist typisch de Sede? Wie üben unsere Polsterer und Polsterinnen ihr Handwerk aus? Was passiert gerade, genau in dieser Sekunde? Eine Live-Berichterstattung aus unserem Haus wäre das absolute Ideal ebenso wie die täglichen Besichtigungen der Manufaktur vor Ort. Für eine professionelle Umsetzung dieses neuen Ansatzes haben wir einen Storyteller engagiert, der unsere Manufaktur im Detail analysiert, um Empfehlungen für die ideale Umsetzung geben zu können. Damit kommen unzählige tolle Storys zum Vorschein. Vor allem die Historie ist ein wichtiger und spannender Teil und muss einfach kommuniziert werden», verrät die CEO.

DS-600

Bahnbrechende Modelle

Seit über 52 Jahren produziert de Sede Polstermöbel. In diesem halben Jahrhundert lancierte das Unternehmen über 500 verschiedene Modelle. Hierunter reihen sich weltbekannte Designerstücke wie das 1972 lancierte DS-600, das in diesem Jahr 45-jähriges Bestehen feiert. Die liebevoll getaufte Sitzschlange gilt heute noch als Bestseller und ist der Hingucker eines jeden Raumes. Ein Topseller ist auch das Modell DS-47. Bei der Lancierung im Jahr 1976 musste der Messe- stand auf der IMM Köln vorübergehend geschlossen werden, weil der Ansturm auf das neue Modell so gross war. DS-47 traf nicht nur designtechnisch ins Schwarze, sondern war zugleich auch ein Innovationsvorreiter. Erstmals wurde 6 mm dickes Neckleder für ein Polstermöbel verwendet. Neckleder ist ein Liebhaberstück, da jede Haut ein Unikat ist und dem Möbel eine unvergleichlich markante und rustikale Ausstrahlung verleiht. Dafür war viel Entwicklungstüftelei nötig, denn eine Lederhaut mit solcher Dicke lässt sich nicht sehr leicht verarbeiten – und zu dieser Zeit hatte das noch kein anderer Polstermöbelhersteller geschafft.

DS-47

Bahnbrechend war darüber hinaus die Erfindung der 360° drehbaren Rückenlehne von Hugo de Ruiter mit dem Modell DS-164. Bei der Entwicklung des Produkts setzte de Sede neben der brandtypischen DNA sehr auf ihre Zielpersonen und deren Bedürfnisse. Durch die 360° drehbare Rückenlehne kann man das Sofa vielseitig nutzen: Einerseits kann man beispielsweise den Panoramablick aus dem Fenster geniessen, andererseits auch einen gemütlichen Abend vor dem Fernseher verbringen, der auf der gegenüberliegenden Seite steht.

DS-164

Meilensteine in der Zukunft

Es reihen sich hier noch viele weitere spannende Innovationen und Modelle, die der Storyteller gerade wieder zum Leben erweckt. Aber nicht nur die Historie, sondern auch die Zukunft verspricht spannende Zeiten. In der Pipeline steht eine Vielzahl von Projekten, die für Schlagzeilen sorgen werden. Am 23. September wird in Los Angeles ein brandneuer Showroom eröffnet. Der Showroom wird in Partnerschaft mit der Schweizer Designerin Laura Basci geführt. Basci ist eine talentierte Modedesignerin, die in Hollywood eine Tellerwäscherkarriere hingelegt hat und mittlerweile Film- und Musikgrössen für den roten Teppich einkleidet. «Die Eröffnung wird für uns ein Meilenstein sein. Eine Zusammenarbeit wie mit Laura gab es bei de Sede noch nie – es wird unseren Markt in den USA enorm aufmischen», erläutert Walser. Ein weite- rer Höhepunkt folgt dann am 23. Oktober. Dort wird die de Sede Brand Vernissage stattfinden. «Dieser Tag wird für uns einer der wichtigsten im Jahr, denn hier werden wir unsere beiden Herzhälften endgültig vereinen, die Manufaktur und alle Grundbausteine für das Medienhaus. Ein voll funktionierendes Medienhaus werden wir innert weniger Wochen natürlich noch nicht sein, aber alle Baupfeiler dazu werden wir bis dahin gelegt haben. Und wir freuen uns bereits jetzt, unsere Kunden, Händler, Partner, Mitarbeitenden, Freunde und die ganze Welt mit unserer Strategie zu begeistern …», so Walser.

Monika Walser

Die Aargauerin leitet seit dem 2. April 2014 die Polstermanufaktur de Sede AG. Ihre beru iche Ausbildung begann mit einer Lehre zur Haute-Couture-Damenschneiderin im Aargau. Sie absolvierte diverse Studiengänge wie einen Master in Kommunikation und Ethik und war in verschiedenen Unternehmen tätig, unter anderem als Chefin des Zürcher Taschenherstellers Freitag.

Melanie Schell

 

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Tabuthema Geld – die Bank Cler will das ändern

Am 20. Mai 2017 wurde die jüngste Bank der Schweiz gegründet, die Bank Cler. Und dennoch: Diese Bank blickt auf eine 90-jährige Geschichte zurück. Zuerst als GZB und später als Bank Coop. Aber warum ändert eine Bank, die bei den Schweizerinnen und Schweizern gut verankert ist, überhaupt ihren Namen? Und was können wir von der neuen Bank erwarten? Wir haben Gregor Eicher, Leiter Marketing bei der Bank Cler, gefragt und Spannendes erfahren.

Herr Eicher, die Bank Coop war allen ein Begriff. Nun haben Sie den Namen in Bank Cler geändert. Warum?

Seit fast 18 Jahren hat Coop nur noch eine kleine Beteiligung an der Bank Coop gehalten. Diese letzten 10,4 Prozent hat die Basler Kantonalbank nun ganz übernommen. Für uns ein idealer Zeitpunkt, uns neu zu positionieren und dies auch über einen neuen Namen sichtbar zu machen. Mit der Namensänderung geben wir der Bank Cler ein neues, eigenständiges Profil. Grundlage ist ein neues Leistungsversprechen: wir wollen Banking einfach und verständlich machen – herzlich und nahbar.

Wie kamen Sie auf den Namen «Cler»?

Zu Beginn hatten wir etwa 400 Namen. In einem aufwendigen Selektionsprozess haben wir uns dann auf den Namen «Cler» geeinigt. «Cler» ist Rätoromanisch und steht für klar, einfach und deutlich. Der Name steht für unsere Schweizer Wurzeln, lässt sich in allen Landessprachen aussprechen und widerspiegelt unser Leistungsversprechen und unsere Kultur. Und: Der Name ist Programm: Kundinnen und Kunden sollen ihre Bankgeschäfte unkompliziert und rasch erledigen können. Wir möchten unsere Kundinnen und Kunden mit positiven Kundenerlebnissen an allen Kontaktpunkten begeistern.

Sie haben den Namenswechsel mit einer sehr speziellen Kampagne unterstützt und die Preise der Werbe ächen transparent auf den Plakaten bekannt gegeben. Wie kam es zu dieser Idee?

Unsere Kampagne basiert auf der Tatsache, dass ein o ener Umgang mit Geld für Schweizer noch immer nicht normal ist. Geld ist eines der wenigen verbleibenden Tabuthemen. Wir wollen das thematisieren und einen o enen Dialog anregen. Dazu stellen wir wichtige Fragen zum Thema Geld. Denn wir glauben, dass der Schweiz ein ungezwungeneres Verhältnis zum Geld guttun würde. Um unsere Haltung zu demonstrieren, haben wir zu Beginn der Kampagne die Preise unserer Werbeflächen kommuniziert.

Viele Kunden dachten, dass die Bank Coop auch Coop gehört. Gibt es noch eine Verbindung zum Grossverteiler?

Ja, die gibt es in der Tat. Wir führen unsere langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit mit Coop weiter. Die Kundinnen und Kunden der Bank Cler pro tieren beispielsweise weiterhin exklusiv vom Supercard-Programm von Coop und in den Coop-Verkaufsstellen werden den Kundinnen und Kunden weiterhin die Bancomaten der Bank Cler zur Verfügung stehen.

Worin unterscheidet sich die Bank Cler von anderen Banken?

Der Blick der Schweizerinnen und Schweizer auf die Banken hat sich grundlegend verändert. Sie vermissen eine anständige Bank, die ihre wirtschaftliche und soziale Verantwortung wahrnimmt und sich als echte Interessensvertreterin ihrer Kunden versteht. Auch mit dem neuen Geschäftsstellenkonzept setzen wir unseren Kundenfokus in die Realität um. Unsere Geschäftsstellen sind o ener und moderner. Sie sind einladend. Wir bieten unseren Kundinnen und Kunden verschiedene Beratungsorte zur Auswahl, damit sie sich wohlfühlen: sei es am grossen Tisch, an der Gastronomietheke, in der Lounge, im Kreativraum oder traditionell im Sitzungszimmer.

Was dürfen wir zukünftig von der Bank Cler erwarten?

Wir haben bereits angefangen, unsere Produkte zu vereinfachen. Daran arbeiten wir weiter. Im Sommer werden wir unsere digitale Geschäftsstelle eröffnen, bei welcher man online eine Kundenbeziehung starten und Produkte kaufen kann. Die Digitalisierung wird wichtiger, sodass wir hier stark investieren. Sie dürfen gespannt sein.

Natalie Waltmann

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Data Science – die moderne Form des Kundenkontakts

Immer öfter ersetzen Daten den direkten Kontakt mit Kunden. Umso wichtiger wird Data Science, denn damit werden diese Daten in verwendbare Informationen umgewandelt. Riesige Investitionen in IT und Spezialisten sind dafür nicht zwingend notwendig.

In Sachen Datenschutz sollte jedoch nicht gespart werden, vor allem nicht in Zukunft. Welche Vorteile Data Science mit sich bringt, erklärt Frau Dr. Patricia Feubli, Data Scientist bei SEM-SEA Suchmaschinenmarketing AG.

Frau Dr. Feubli, was ist Data Science genau und für wen ist es geeignet?

Data Science kombiniert Mathematik, Statistik, Informationstechnologie und Business-Know-how, um Daten in Wissen umzuwandeln. Da die Werkzeuge von Data Science mit sehr unterschiedlichen Daten und Datenmengen zurechtkommen, eignen sie sich praktisch für jedermann.

Dr. Patricia Feubli, Data Scientist bei SEM-SEA Suchmaschinenmarketing AG

Wie weit sind Schweizer Unternehmen in Sachen Data Science?

Da gibt es grosse Unterschiede. Es gibt Unternehmen, die über eine eigene Data-Science-Abteilung verfügen und ihre Daten systematisch und umfassend nutzen. Andere Unternehmen sind noch ganz am Anfang. Hier geht es darum, herauszufinden, welche Daten überhaupt erhoben werden sollten, wie ein ordentliches Datenmanagement aufgebaut werden kann und wie die Daten gewinnbringend eingesetzt werden können.

Welche Berührungsängste gibt es seitens Unternehmen hinsichtlich Data Science?

Zu kompliziert, zu aufwendig. Viele Unternehmen verbinden mit Data Science die Pflicht, riesige Investitionen in IT, versierte Spezialisten und Datenerhebungen zu tätigen. Das kann man machen, muss man aber nicht. Es gibt gute und fexible Werkzeuge, mit denen man auch in sehr viel kleinerem Rahmen arbeiten und dennoch Programme wie beispielsweise Machine Learning anwenden kann.

Mit der Digitalisierung ersetzen Daten in vielen Bereichen je länger je mehr den direkten Kontakt mit Kunden.

Was ist der Mehrwert von Data Science für ein Unternehmen gegenüber den traditionellen Methoden? Welche Vorteile bringt es mit sich?

Mit der Digitalisierung ersetzen Daten in vielen Bereichen je länger je mehr den direkten Kontakt mit Kunden, Mitarbeitenden oder auch Produktionsanlagen. Für einen Onlineshop ist es zum Beispiel schwierig, die Bedürfnisse der Kunden in persönlichen Gesprächen zu ermitteln. In solchen Fällen muss gezwungenermassen stark auf Datenanalysen gesetzt werden. Data Science macht den Verlust des direkten Kontakts zumindest teilweise wett, was für den Unternehmenserfolg essenziell ist.

Ein Data-Science-Projekt lässt sich nicht in den fünf Minuten vor Feierabend umsetzen.

Können Projekte nicht einfach wie bisher in den jeweiligen Fachbereichen selbst oder in der eigenen IT-Abteilung umgesetzt werden?

Grundsätzlich könnten Data-Science-Projekte problemlos in den jeweiligen Abteilungen umgesetzt werden, sofern das entsprechende Fachwissen vorhanden ist. Viele Abteilungen können solche Projekte jedoch nicht umsetzen, weil sie bereits mit ihren Kernaufgaben komplett ausgelastet sind. Ein Data-Science-Projekt lässt sich nicht in den fünf Minuten vor Feierabend umsetzen.

Wie können Data Science und Datenschutz unter einen Hut gebracht werden?

Datenschutz beziehungsweise der Schutz der Persönlichkeit sind Grundvoraussetzung für eine professionelle und seriöse Datenanalyse. Will man datenschutzkonforme Projekte durchführen, muss man die Datengeber vorab – zum Beispiel auf der Webseite – über die Verwendung der Daten informieren und ihr Einverständnis einholen.

Algorithmen oder Computer erkennen Muster in Daten, lernen daraus und reagieren selbstständig auf neue Situationen.

Was sind die langfristigen Trends von Data Science?

In Zukunft werden künstliche Intelligenz und Machine Learning an Bedeutung gewinnen. Also Algorithmen oder Computer, die in Daten Muster erkennen, daraus lernen und dann selbstständig auf neue Situationen richtig reagieren können. Dazu zählt auch die Weiterentwicklung von Stimmerkennungstechnologien, wie sie bereits heute bei Amazon mit Alexa oder Apple mit Siri zu finden sind. Die Auswertung und Nutzung von IoT-Daten (Internet of Things) dürfte in Zukunft ebenfalls deutlich an Bedeutung gewinnen, da immer mehr Geräte und Produkte mit Sensoren ausgestattet sind und miteinander kommunizieren können. Sicher wird auch die Regulierung des Datenschutzes und der Verwendung von Daten in Zukunft noch deutlich verstärkt.

Andrej Voina

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Gegenüberstellung

01. Welche Einkaufstrends beobachten Sie bei den Konsumenten?

Monica Monsch: Der Kunde verhält sich heute sehr «hybrid», je nach Bedarf und Situation kauft er Luxusprodukte oder Budgetartikel. Früher kauften Kunden ihren sozialen Klassen entsprechend in wenigen Geschäften, heute steht dem Kunden die ganze Welt zur Verfügung. Mit einem Klick ist er beim Bauern im nächsten Dorf oder im Fachgeschäft in Australien. Der Kunde entscheidet punktuell, was ihm ein Produkt oder eine Leistung wert ist. Das bewusste Einkaufen ist im Premium Retail angekommen. Der Kunde kauft, wenn alles stimmt: das Produkt, die Beratung, der Service und die Ambiance. Auch Herkunft, Nachhaltigkeit und die Geschichte hinter dem Produkt müssen überzeugen. Das hat Auswirkungen auf Angebot und Produktepräsentation in einem Premium Department Store. In Zukunft wird es noch wichtiger, dem Kunden auf Augenhöhe zu begegnen und sich mit ihm kompetent auszutauschen zu können – stationär wie online.

Malte Polzin: Dass immer häufiger online eingekauft wird, mit zum Teil dramatischen Folgen für den stationären Handel, ist ja nun kein Geheimnis mehr. Dem Schweizer Konsumenten fehlt es jedoch – verglichen mit europäischen Verhältnissen – an einem einfachen Zugang zu weiteren Sortimenten und Services. Sobald sich das ändert, werden weitere Dämme brechen und der noch rudimentär vorhandene Heimatschutz komplett versagen. Kunden decken nicht nur ihren tatsächlichen Bedarf im Internet, sondern sie lassen sich dort auch zunehmend inspirieren. Die Lieferzeiten werden immer kürzer und die Nutzung mobiler. In Zukunft werden wir mit Devices sprechen, siehe beispielsweise Amazon Echo, oder via Messenger mit intelligenten Einkaufsassistenten chatten.

02. Wo liegen die Vorteile des Lokalgeschäfts bzw. Onlineshopping?

Monica Monsch: Beides hat Vorteile – es kommt darauf an, was der Kunde braucht. Möchte er ein Erlebnis oder sucht er schnelle Convenience? Das Einkaufserlebnis im Laden ist wohl emotionaler durch die Präsentation, die Musik, den Duft, das haptische Erlebnis der Ware und nicht zuletzt durch die soziale Interaktion mit Menschen.

Malte Polzin: Mit dem Smartphone hat jeder Konsument im Onlineshop immer und überall Zugriff auf ein viel grösseres Sortiment als im stationären Handel, und dies meist noch zu kompetitiveren Preisen. Die Produktbeschreibungen toppen immer häufiger die Beratungen im Laden und das gewünschte Produkt wird bequem und sehr schnell nach Hause geliefert. Daher ist es nur verständlich, dass Kunden stationäre Warenhäuser zunehmend meiden.

03. Was wird für Sie in Zukunft die grösste Herausforderung sein?

Monica Monsch: Die Kunden suchen in den nächsten Jahren die Shoppingmarken aus, die ihr Bedürfnis am besten erkennen und bedienen. Die grösste Herausforderung und das Ziel von Jelmoli ist es, das langjährige Vertrauen, das wir mit unserer Geschichte seit 1833 geniessen, auch weiterhin zu erhalten. Der Kunde soll auf allen Kanälen ein nahtloses und einzigartiges Jelmoli-Erlebnis haben – egal ob in einem unserer Geschäfte oder in unserem Onlineshop auf jelmoli.ch.

Malte Polzin: In der bestehenden Plattformökonomie beherrschen Google, Facebook, Amazon, aber auch Zalando oder Alibaba die Kunden. Sie decken den grundsätzlichen Bedarf an Produkten und Services. Dieser Entwicklung müssen wir Rechnung tragen und deshalb für unsere Kunden mit kuratierten, inspirierenden Angeboten eine digitale Erlebniswelt scha en, die sich von «normalen» Onlineshops deutlich unterscheidet. Vorhandene Technologien werden wir intelligent nutzen, um unseren Kundenstamm weiter auszubauen.

Monica Monsch | Leiterin Marketing & Kommunikation, Jelmoli

Malte Polzin | CEO, DeinDeal AG

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Hey, Sie! – Sind Sie innovativ?

Ein kreativer Titel sorgt für Aufmerksamkeit. Das ist die halbe Miete für einen Essay. Ähnlich verhält es sich bei der Innovation. Den Zusammenhang von Kreativität und Innovation möchte ich Ihnen erläutern. Denn am Anfang jeder Innovation steht die menschliche Kreativität, die zu einer Idee führt.

Am Ende steht aber auch jene Kreativität, die die Idee verkauft. Will heissen, eine neue Geschäfts- oder Produktidee braucht Verbündete – von interessierten Mitarbeitenden und Vorgesetzten über potenzielle Investoren bis zu zahlenden Kunden. Ein nicht so leichtes Unterfangen, wenn man bedenkt, dass innovative Ideen oft an der Grenze von bisherigen Normen und Werten entstehen. Es stellt sich die Frage, wie man menschliche Kreativität fördert, damit sie zu gewinnbringenden Innovationen führt.

Kreative Skills wie beispielsweise «Design Thinking» zu fördern, ist für die wirtschaftliche Innovation im Hochpreisland Schweiz dringend nötig. Arbeitsplätze und Produkte geraten durch den globalen Wettbewerb unter Preisdruck. Arbeitsprozesse werden durch die Digitalisierung standardisiert, automatisiert und ausgelagert. Gleichzeitig rückt eine Generation nach, die mehr Selbstbestimmung und Freiheiten vom Arbeitgeber einfordert. Es ist die Geburtsstunde von Team Retreats (Firmenklausuren), Remote Jobs (ortsunabhängiges Arbeiten) und Coworking Spaces, aber auch von Single Entrepreneurship und disruptiven Businessmodellen. Kreativität wird zur wichtigen Zukunftsressource für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Ein Wandel bietet neue Chancen. Schaffen wir inspirierende Räume, wo Menschen angeregt werden und interdisziplinär zusammenarbeiten. Mit der Kreativfabrik 62 haben wir eine solche Initiative gestartet: Arbeiten im Coworking Space. Ideenentwicklung für Firmen. Dazwischen «Ping-Pong». Wieso «Ping-Pong», fragen Sie sich? Studien zeigen, dass die meiste Kreativität dann entsteht, wenn man sich einem neuen Thema oder einer neuen Aufgabe zuwendet. Francis Crick und James Watson kam die entscheidende Idee zur Struktur der DNA zwischen zwei Tennisspielen. Kary B. Mullis sah während einer nächtlichen Autofahrt plötzlich das Prinzip der Polymerase-Kettenreaktion vor sich, für die er später den Nobelpreis erhielt. Dazu Rainer Holm-Hadulla, Professor für Psychotherapeutische Medizin: «Kreativität findet im Spannungsfeld zwischen Struktur und Auflösung, Ordnung und Chaos statt.» Ein kreatives Arbeitsumfeld schafft maximale Innovationskraft. Google lässt grüssen. «Hey, Sie! – Sind Sie kreativ?»

Andreas Troxler  Initiant und Co-Founder der Kreativfabrik 62 GmbH in Oberkirch, Luzern. kf62.ch

 

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Barbara Artmann

Die zündende Idee

Für mich: Künzli (Schuhe). Für Künzli: den Willen und die Kultur ständiger Innovation.

Blick in die Zukunft

Ausland! Künzli mit überwiegendem Exportanteil und ich auf den Spuren der Inkakultur.

Die Überzeugung

Der Mensch im Mittelpunkt bringt nachhaltiges Wirtschaften.

Das Produkt

Kundenprobleme lösen und Kundensehnsüchte erfüllen, ob mit Produkten/Schuhen oder im Service.

Das Ziel

«Künzli ist ein Stück Schweizer DNA», für dessen Fortbestand tragen wir (trage ich) Sorge.

Innovative und wegweisende Schuh-Erfindungen prägen Tradition und Geschichte der kleinen, aber feinen Schuhfabrik Künzli SwissSchuh. Seit jeher stellt Künzli seine Schuhe im aargauischen Windisch her. 2009 gewann das Unternehmen den «Swiss Award» in der Kategorie Wirtschaft.

Barbara Artmann
Inhaberin und Geschäftsleiterin Künzli SwissSchuh AG

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Anders Indset über Führer des Wandels und Maximierer von Mitgefühl

Worin besteht Ihre Tätigkeit als Wirtschaftsphilosoph? Was unterscheidet Sie von einem Zukunftsforscher?

Ich habe Mühe, mich mit dem Begriff «Zukunftsforscher» oder «Futurist» zu identifizieren. Da ich als Sprecher in beiden Funktionen engagiert werde, sehen viele anscheinend einen starken Bezug. Die Geschichte lehrt uns, dass wir nicht besonders gut darin sind, Dinge vorauszusagen. Eine Menge an Daten und vorausschauenden Analysen zu haben hat uns nicht viel weitergebracht, deshalb suchen wir alle im Hinblick auf «die Zukunft» noch nach Antworten und neuen Fragen. Obwohl sich mir die Vorteile von technologischem Fortschritt und vorausschauender Analyse erschliessen, habe ich Schwierigkeiten damit, diese in systematische Untersuchungen und Prognosen zusammenzuführen und das dann auf die Berufsterminologie zu beziehen. Vielleicht stellt genau dies den Unterschied zwischen den zwei Rollen dar.

Anders Indset

Dennoch bietet meine Beschreibung davon, wie ich es subjektiv definiere, ein Wirtschaftsphilosoph zu sein, möglicherweise eine Antwort auf die Frage. Ich versuche, plausible Erklärungen zu finden und die «Leere» in unserem Leben mit Neugier und der Motivation, Neues zu lernen, zu füllen. Dies funktioniert gut bis jemand unsere Weltsicht verändert, meine Betrachtungsweise und meine subjektive Sicht über das, was wir Realität nennen. Meine Arbeit als Philosoph wird von der Suche nach Weisheit und Neugier getrieben. Ich habe Spass daran, Schätze aus der Vergangenheit von genialen Denkern der vergangenen 2500 Jahre, die direkt vor unseren Augen verborgen sind, zu «retten». Diese versuche ich dann in Relation zum 21. Jahrhundert zu setzen und mit meiner Sicht von Technologie und dem wissenschaftlichen Fortschritt von morgen zu kombinieren. Welche Gedanken hätten Nietzsche, Plato, Wittgenstein und Spinoza beschäftigt, falls sie über die Technologie und den Fortschritt von heute verfügt hätten? Die Gedanken der Vergangenheit im Kontext des 21. Jahrhunderts helfen mir, neue Modelle zu entwickeln und Brücken zu schlagen. Einen weiteren, wichtigen Teil bilden meine Gedanken darüber, wie Philosophen ein besseres Verständnis von unseren Wirtschaftsstrukturen und -modellen benötigen, wie unsere Gesellschaft gegenseitig von ökonomischen und politischen Strukturen und Modellen abhängt, die wir durch Modelle wie Kapitalismus kreiert haben. Des Weiteren erkenne ich, dass Führungskräfte und Geschäftsleute heutzutage auf Philosophie angewiesen sind, um mit unserer Welt zurechtzukommen. Ich mag es auch, Konzepte von psychischen Analysen einfliessen zu lassen, mich hauptsächlich auf «die Kunst des Denkens» zu konzentrieren. Dennoch, mit den andauernden Revolutionen und dem Fortschritt in AI- (Artificial Intelligence, Künstliche Intelligenz), Nano- und Bio-Technologie, wende ich mich auch mehr und mehr der «Kunst des Lebens» zu. Ich beschäftige mich mit der Frage, wie dies unsere Spezies beeinflussen kann, wenn wir die Herausforderungen von Glück, Göttlichkeit und Unsterblichkeit annehmen, die unser Leben verbessern? Ich denke dies ist der Grund, weshalb wir heute so viele Wirtschaftsführer sehen, die Philosophen einstellen, um alles herauszufordern und zu hinterfragen, sich selber und die Organisation zu spiegeln.

Wie würden Sie Ihren Forschungsansatz in eigenen Worten beschreiben? Woher beziehen Sie Ihre Einsichten? Handelt es sich um tägliche Beobachtung oder um theoretische Studien?

Beides, jedoch ist es eher opportunistisch angetrieben und weniger systematisch. Ich bin getrieben von Neugier und dem Verlangen, Neues zu lernen. Einen offenen Geist zu haben, führt auch zu zufälligen Momenten und neuen Wegen. In Bezug auf Forschung tauche ich tiefer in Konzepte ein, sobald ich «dorthin geführt» werde, und fokussiere dann jene Denker und/oder Konzepte über einen längeren Zeitraum. Aber es gefällt mir, Gegebenes herauszufordern und alles zu hinterfragen. Ein Beispiel wäre, was ich als womöglich wichtigstes Tool im Führungs-Werkzeugkasten bezeichnet habe: Mitgefühl. Ich glaube, alle Führungskräfte sollten «Führer des Wandels» und «Maximierer von Mitgefühl» sein. Trotzdem fragte ich mich: «In welchem Bereich kann Mitgefühl schlecht für die Wirtschaft sein, schlecht für das Unternehmen oder sogar für die Gesellschaft?» Ich war überrascht, zu entdecken, wie viele Muster von wirklich empathischen Menschen zu etwas Negativem führen. Während etwas in kleinen Gruppen oder lokal von grossem Vorteil sein mag, kann es in einem grösseren Kontext das vollständige Gegenteil sein, da empathische Menschen dazu tendieren, wütend zu werden auf Menschen mit schlechten Absichten.

Ich versuche, ganz unterschiedliche Bücher zu lesen und so in völlig verschiedene Felder vorzudringen, führende Denker, Leiter und Politiker auf der ganzen Welt zu treffen, und mit ihnen zu philosophieren. Nichtsdestotrotz schätze ich auch den Dialog mit Menschen mit einer starken Geschichte, unterschiedlichem Hintergrund oder andersartigen Denkweisen. Es gibt so viele schöne Entdeckungen, die darüber gemacht werden können, wie der Geist funktioniert und welche «Last» jeder von uns trägt.

Wie schaffen Sie es, den aktuellen ökonomischen Entwicklungen immer einen Schritt voraus zu sein und deren soziale Auswirkungen abzusehen?

Ich denke, es ist wichtig zu respektieren und zu verstehen, wie wir «zum Jetzt gelangt» sind und wie wir die Geschichte geprägt haben. Die Geschichte wird sich nicht wiederholen; wir schreiten nur vorwärts und das Meiste von dem, woran wir glauben und worüber wir uns einig sind, sind Geschichten und mentale Modelle, die nur in unseren Gedanken existieren. Nichtsdestotrotz gibt es wertvolle Lektionen zu lernen. Wir wissen, dass wir heute zusätzlich von exponentiellen Technologien angetrieben werden, alles zu beschleunigen, sodass jetzt – mehr denn je – der Zeitpunkt ist, nach neuen Fragen zu suchen. Ich betrachte auch die Veränderung von Machtgefügen im Verlauf der Geschichte und versuche die Sachverhalte, wie sie heutzutage wechseln, in einen Zusammenhang zu bringen; immer unter der Berücksichtigung dessen, dass wir Strukturen und Kräfte heute vermehrt zu Algorithmen formen und blind der Technologie vertrauen. Es bestehen viele Modelle, die miteinander korrelieren, auch wenn es das blosse Auge nicht erkennt. Der wirtschaftliche Einfluss und das, was wir in der Philosophie «Fehlerkorrektur in der Gesellschaft» nennen, während das Pendel hin und her schwingt, sind auch Quellen für wertvolle Erkenntnisse. Ich nenne das «die Kräfte des Wandels». Es ist sehr wichtig, über die Kräfte des Wandels zu lernen und diese zu fokussieren, weil sie viele von aussen antreiben, ohne, dass wir es je bemerken, was zu grosser Frustration, einem Gefühl des Unbehagens und einem Mangel an Verständnis führt. Es ist ein grosser Widerspruch, dass heutzutage die Dummen selbstbewusster denn je sind und die Intelligenten unsicher und ängstlich darüber, was geschieht, umherirren, weil sie herausgefunden haben, dass sie nichts mehr verstehen. Andere hingegen denken nach wie vor, sie können das Unkontrollierbare kontrollieren. Was das Vorwärtsgetriebene angeht, denke ich, ist das Innehalten wesentlich. Man muss sich selbst fragen: «Was geht wirklich vor?», um dann die Antwort darauf immer wieder infrage zu stellen.

Glauben Sie, dass die philosophische Dimension eher vernachlässigt wird, wenn ökonomische Fragen diskutiert werden? Worin liegen die Vorteile, Philosophie in wirtschaftliche Entscheidungen einfliessen zu lassen?

Wir wollen alles kontrollieren und verstehen. Leibniz war der Letzte, der noch wirklich daran glaubte, dass Wissen eine begrenzte Ressource ist. Obwohl wir also all diese Modelle entwickeln und im Nachhinein einige Muster, Modelle – oder dem Anschein nach – plausible Erklärungen herleiten, geht es letzten Endes doch um Macht, Ego und zu viel Schwachsinn. Heutzutage kommt Philosophie dort ins Spiel, wo Schwachsinn nicht länger akzeptiert werden kann. Entweder wir übernehmen die Kontrolle oder wir verlieren sie an Algorithmen, alles dazwischen wird überrollt. Ich erkenne jedoch das Problem, dass Philosophen nicht besonders gut darin sind, die disruptiven ökonomischen Modelle und Strukturen und auch Wechselwirkungen zur sogenannten technischen und wissenschaftlichen Revolution zu vereinfachen und zu verstehen. Auf der anderen Seite ist die Wirtschaft noch nicht in der Philosophie verankert und ich denke, dies ändert sich momentan. Ich bin überzeugt, Philosophen werden bald auf der Gehaltsliste der grossen Unternehmen stehen und in unterstützender Funktion bei Prozessen der Entscheidungsfindung, Handlungsempfehlungen unter Berücksichtigung der Folgen, Erfahrungswerte und den Gegebenheiten tätig sein. Unsere Aufgabe liegt darin, abstrakte theoretische Fragen, die Philosophen in den letzten 2500 Jahren beschäftigt haben, mit unserem technologie-orientierten Wissen zu beantworten. Kritisches Denken, das Hinterfragen des Status Quo, Offenheit für Dialog und Verständnis dafür, dass wir nun in Zeiten leben, in denen wir eine Kultur der Teilnahme kreiert haben und alle zusammenarbeiten müssen, sind alles Bereiche, in denen Philosophie helfen kann. Wir sollten auch vertiefen, was es bedeutet, «Mensch» zu sein, was höchst philosophischer Natur ist. Wenn wir möglicherweise in unseren eigenen Systemen obsolet werden oder zum Schluss kommen, dass Modelle wie Demokratie, Bildung und Kapitalismus nicht für alle funktionieren, obwohl wir lange davon ausgegangen sind, dass wir uneingeschränkt wachsen, alles demokratisieren und liberalisieren können, dann kann uns Philosophie dabei helfen, voranzukommen und zu wachsen.

Was würden Sie als die drei grössten ökonomischen Bedrohungen bezeichnen, mit denen wir in Zukunft konfrontiert werden?

Eine Herausforderung bildet gewiss der Bevölkerungswachstum in denjenigen Regionen, in denen wir in den letzten 30 Jahren neue Jobs erschaffen haben und Menschen aus der Armut heraus helfen konnten. Dies in Kombination mit der globalen Klimaerwärmung und der global miteinander verflochtenen Menschheit, die nach Gleichheit ohne Grenzen strebt, wird beträchtliche ökonomische Auswirkungen haben, während wir beobachten können, wie die Modelle unserer politischen Strukturen langsam auseinanderfallen.

Automatisierung und Kompensation von Arbeiten, die von Algorithmen übernommen werden, sind weitere Herausforderungen. Obwohl daraus grossartige Dinge entstehen und sich daraus, zumindest kurzfristig, neue Gelegenheiten ergeben, können wir die Entstehung von neuen Jobs nicht als selbstverständlich erachten. Der Kontrollverlust über Künstliche Intelligenz ist etwas, worüber wir uns Gedanken machen müssen und wofür wir mit neuen Fragen aufwarten müssen. Wir werden vermehrt Bezug auf Algorithmen nehmen, und aufgrund der Tatsache, dass die Macht in Algorithmen liegen und nicht mehr zwischenmenschlich funktionieren wird, werden Machtwechsel und neue Strukturen zu ungeahnten ökonomischen Triebkräften führen, die wir bis dahin noch nicht gesehen haben. Ich glaube wirklich, dass Künstliche Intelligenz bis zum Jahr 2050/2060 imstande sein wird, «alles» besser zu bewerkstelligen als Menschen es tun. Wir schaffen Intelligenz jenseits von Bewusstsein und wissen nicht, was Bewusstsein ist. Ich denke nicht, dass die Herausforderung darin liegt, dass Roboter verrückt werden, uns umbringen und dann Will Smith, Matt Damon oder ein anderer Held kommt und uns rettet, wie es uns Hollywood vorführt. Der «furchteinflössende» Teil ist vielmehr der Gedanke – falls wir es schaffen, die Technologie im positiven Sinne zu nutzen, dass sie uns unterstützt – dass wir dann überflüssig werden. Diese Art von Entwicklung, egal ob langsamer oder nicht so extrem, würde selbstverständlich eine enorme ökonomische Auswirkung haben.

Zudem wird der Effekt der erwähnten Revolutionen sowohl in Nano- als auch in Bio-Technologie zu neuen ökonomischen Modellen und Strukturen führen.

Was empfehlen Sie Führungskräften, um bestmöglich für die bevorstehenden digitalen Herausforderungen vorbereitet zu sein?

Heutzutage beobachte ich, dass es für Manager über 55 sehr frustrierend ist, dass sie, die früher alles zu wissen und unter Kontrolle zu haben schienen, heute ebenfalls Neues lernen müssen. Wir müssen uns Zeit nehmen, umzudenken, um mit Leuten mit anderen Denkweisen in Kontakt zu treten, um uns selber widerzuspiegeln. Führen Sie also regelmässig ein Selbstaudit durch. Entwickeln Sie ein Bewusstsein über sich selbst hinaus. Fragen Sie sich, was Sie gut können und was Ihre Schwächen sind. Umgeben Sie sich mit andersdenkenden Genies und der Rest wird sich von alleine ergeben. Bilden Sie starke Teams. Stellen Sie sich Ihren Ängsten und durchstossen Sie Grenzen über die Begrenzungen von gegebenen Produkten, Strukturen und gegebenen mentalen Modellen hinweg. Seien Sie ein Führer des Wandels und ein Maximierer von Mitgefühl und pflegen Sie ein digitales Mindset.

Im Hinblick auf die Dynamik zwischen Innovation und Tradition – was ist Ihrer Ansicht nach die perfekte Balance, die es innerhalb eines Unternehmens anzuzielen gilt?

Nun ja, manchmal müssen Sie das gesamte Unternehmen verändern, obwohl starke Traditionen vorhanden sind. Nichtsdestotrotz, Innovation oder eine Kultur, welche diese fördert, kann auch eine Tradition sein. Deshalb würde ich beides maximieren, anstatt einen Ausgleich zu schaffen. Für mich ist Tradition primär etwas, zu dem wir Bezug nehmen können, so wie Geschichte oder Kultur, wenn man so will. Etwas, das man nicht kopieren kann, wäre eine starke Tradition. Wir brauchen alle etwas, woran wir glauben und womit wir uns identifizieren können. Es ist dasselbe Prinzip wie mit Chaos und Struktur: Wir sind vermehrt Chaos ausgesetzt, sind jedoch auch auf mehr Stabilität angewiesen. Ein offenes Bewusstsein und Strukturen, die grundlegende Veränderungen ermöglichen, gepaart mit dem wichtigsten Aspekt, eine Absicht zu haben, die mit der Frage «Warum» beginnt, ist sowohl in der Innovation als auch in der Tradition wichtig. Wenn die Menschen das «Warum» verstehen, werden sie neue Orte erkunden – meine betrunkenen Vorfahren, die Wikinger, ausgenommen. Sie waren einfach nur innovativ und neugierig, aber ich glaube, dass sie nichtsdestotrotz fortwährende Traditionen aufgestellt haben.

Wie wird Ihrer Meinung nach der Rekrutierungsprozess der Zukunft aussehen?

Eine einfache Antwort ist: «grössere Verwendung von Algorithmen». Wir sind nicht klug, Algorithmen werden Überhand nehmen, sobald Künstliche Intelligenz entsteht. Wie Heidegger jedoch behauptet hat, ist das Merkwürdige nicht, dass die Dinge gleich sind, sondern, dass ein Unterschied besteht. Die Magie liegt im Nicht-Lernen, den Fehlern und im Unterschied. Wir brauchen mehr Diversität, was nur gelingt, wenn die selbst ernannten Experten ersetzt werden. Durch den Einsatz von Technologie wird dies automatisch passieren, denn das ist, was Algorithmen am Besten können. Für die Rekrutierung von Arbeitskräften heisst das, dass nicht mehr nur nach dem «Standard» gesucht werden muss. Es wird ein Zuwachs geben in der Suche nach Leuten, die einen durch das Chaos führen können. Ich denke deshalb, dass einerseits die vermehrte Anwendung von Algorithmen und Künstlicher Intelligenz schnell etabliert sein wird und andererseits, dass wir an Prozessen arbeiten werden, um das «wer» zu vergessen, unsere Stereotypen zu vermeiden und ähnliche Leute zu finden.

Welche Berufsfelder sind am meisten betroffen, wenn es um die Automatisierung von Arbeitsprozessen geht?

Um ehrlich zu sein, kommt mir nicht ein Beruf in den Sinn, der nicht durch Algorithmen automatisiert werden kann, sobald AGI – tiefergreifende Künstliche Intelligenz – entsteht. Von denjenigen Jobs, die wir heute haben und verstehen, denke ich vor allem an Bereiche mit Lokalbezug, die man nicht vergrössern kann, in der spezifischen Handwerkskunst mit einem Nischenbereich. Berufe mit geringem ökonomischen Einfluss und höherer kognitiver Komplexität, wie zum Beispiel Historiker, Archäologen etc. sind Bereiche, die länger brauchen, um automatisiert zu werden.

Natürlich neigen wir dazu, die kurzfristigen Auswirkungen zu überschätzen, aber gleichermassen tendieren wir auch dazu, die Langzeitfolgen zu unterschätzen. Wir müssen das ganze Berufsmodell und die Definition von Arbeit überdenken, da der Begriff «Beruf» innerhalb von 50 Jahren vielleicht verschwinden wird. Wir haben diese eigenartigen Hierarchien und das Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis vor 250 Jahre erschaffen, als wir noch keine anderen Antworten hatten. Ich glaube, dass zukünftig alles mehr aufgabenorientiert ablaufen wird: Transaktionen, die auf verschiedenen Tätigkeiten beruhen, die man ausführt mit individueller Verantwortlichkeit, die durch Handel mit Gütern und Dienstleistungen entgeltet werden, ähnlich dem altbewährten «Hansa-Modell», ermächtigt durch Mikro-Zahlungen innerhalb der Gruppe.

Dennoch glaube ich, dass wir Grund zur Besorgnis haben. Auf einer individuellen Ebene haben wir mehr Macht und Freiheit als je zuvor, zumindest in der westlichen Welt. Wir müssen lernen, dieses Potenzial auszuschöpfen. Technologie hat keine Absicht oder Seele; sie ist nicht gut oder schlecht; es geht darum, was wir mit der Technologie tun, was wiederum unser Leben verändert und beeinflusst. Deshalb müssen wir auch diejenigen Strukturen genauer betrachten, die wir zu einem Zeitpunkt erstellt haben, noch bevor wir über diese Technologie verfügten.

Können Sie uns mehr über die Idee zu Ihrem Buch Wild Knowledge erzählen?

Wild Knowledge ist ein kurzes Wirtschaftsmanifest, das einen philosophischen Teil am Anfang und am Ende des Buchs beinhaltet. Es ist ein kompaktes Führungs- und Management-Buch, das beschreibt, wie ich den Fokus für heutige Unternehmen sehe, und worauf sich Manager und Führungskräfte konzentrieren sollten. Es besteht aus drei Hauptteilen, beginnend mit dem Teil, den ich «Ideen und Magie» nenne, der beschreibt, woher Ideen stammen und was sie genau sind. Der zweite Teil des Buchs handelt von der operativen Vortrefflichkeit, wie man den richtigen Fokus findet und wie man Prozesse grundsätzlich vereinfachen kann. Der dritte Teil umfasst Bereiche rund um «Gefühle und Werte» und welche Rolle diese in heutigen Unternehmen spielen, wie sich die Fähigkeiten von zukünftigen Führungskräften verändern werden und worauf wir den Fokus richten müssen. Jedes kurze Kapitel regt zum Denken an. Sie lesen einige Seiten und wollen im Anschluss rausgehen und mit jemandem darüber diskutieren, um das Thema zu vertiefen. Die Idee des Buchs ist demzufolge, eine Übersicht über Hauptthesen anzubieten, zu der man zurückkehren kann und das Buch immer mal wieder in die Hand nehmen kann, um einige Seiten zu lesen und den Geist anzuregen.

Links:

https://www.facebook.com/macromedia.hamburg/videos/1523597321037817/

https://www.youtube.com/watch?v=Suq-RccG7Hg

Demet Bicer 

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Porsche Advanced Cockpit – zukunftsweisend digitalisiert

Die Digitalisierung des Automobils verändert die Mobilität stärker und schneller als je zuvor. Neue Anzeige- und Bedienkonzepte, intelligentere Assistenzsysteme und eine immer schnellere und leistungsfähigere Bordelektronik führen dazu, dass der Komfort, die Vernetzung mit der Aussenwelt und die Sicherheit ein neues Niveau erreichen.

Der neue Panamera ist ein Spiegelbild der digitalen Entwicklung; er ist das am weitesten digitalisierte und vernetzte Auto in der Porsche-Modellpalette. Dabei filtert die Elektronik das Fahrerlebnis nicht etwa weg. Porsche hat den Status quo der Digitalisierung genutzt, um höchsten Komfort mit maximaler Fahrdynamik und selbsterklärender Bedienung in Einklang zu bringen.

Das Porsche-typische Interieur wurde für den Panamera zukunftsweisend neu interpretiert. Blackpanel-Flächen und interaktive Displays verbinden die klare Visualität und selbstverständliche Bedienoberfläche von Smartphones und Tablets mit der praxisgerechten Steuerung eines Automobils. Klassische Hardkeys und konventionelle Instrumente wurden signifikant reduziert. Stattdessen dominieren im neuen Porsche Advanced Cockpit berührungssensitive Panels und individuell konfigurierbare Displays. Mit grossen Vorteilen für Fahrer, Beifahrer und Fondpassagiere: Trotz eines deutlich erweiterten Angebots der Kommunikations-, Komfort- und Assistenzsysteme wurden Nutzung und Bedienung der verschiedenen Funktionen übersichtlicher und intuitiver. Das Porsche Advanced Cockpit transferiert dabei Bewährtes aus der analogen Welt in die digitale Gegenwart der Mobilität.

Porsche Connect Plus: Vernetzt mit dem World Wide Web

Die Schnittstelle in die Online-Welt beinhaltet beim Panamera unter anderem Apple CarPlay und die Porsche Car Connect App. Zu den via Smartphone und Apple Watch steuerbaren Funktionen gehören Safety Services wie die Pannenhilfe und der automatische Notruf, Security Services, also Fahrzeugortung bei Diebstahl und Meldung an eine Alarmzentrale, sowie Remote- & E-Mobility Services-Carfinder zum Abruf von Informationen sowie zur Steuerung von Funktionen. Ebenfalls integriert: ein LTE-Telefonmodul mit SIM-Kartenleser, ein drahtloser Internetzugang (WLAN-Hotspot), Echtzeit-Verkehrsinformationen sowie Google Earth und Google Street View.

Eine weitere Stufe der Online-Interaktion erschliesst sich über die Porsche Car Connect App. Damit ist es möglich, schon vor dem Start ein Navigationsziel per Smartphone und Google zu suchen, als Ziel zu speichern und später in das Porsche Communication Management (PCM) zu übertragen. Ebenfalls neu: Kalendereinträge und Kontakte mit hinterlegten Adressen lassen sich anzeigen, verwalten und in die Zielführung integrieren. Die mit GPS-Daten verknüpften Smartphone-Fotos können alternativ ebenso als Navigationsziele übernommen werden. Mittels PCM Connect greift der neue Panamera zudem auf eine nahezu grenzenlose Auswahl an Internet-Radiosendern und Online-Musiktiteln zu. Die Songs werden über Dienste wie Napster und radio.net abgerufen. Analog zur Porsche Car Connect App sind auch zahlreiche Funktionen von PCM Connect über die Apple Watch bedienbar. Via Connect Plus stehen zudem Apps zur Verfügung, beispielsweise zur Parkplatzsuche inklusive Anzeige der freien Plätze in Parkhäusern am Zielort oder in der Fahrzeugumgebung, zur Tankstellensuche inklusive Anzeige der Kraftstoffpreise, SMS per Sprachsteuerung, Twitter-Tweets werden vorgelesen, Infos eingeblendet – Event-Infos oder Nachrichten.

Der von Grund auf neu entwickelte Porsche Panamera ist Sportwagen und Luxuslimousine in einem. Motoren und Getriebe wurden neu konstruiert, das Fahrwerk perfektioniert, das Anzeige- und Bedienkonzept mit Multitouch-Steuerung zukunftsweisend interpretiert und das Design noch näher an den Kern der Marke gezeichnet.