Autorität durch bewussten Auftritt

Wir nutzen immer mehr (digitale) Kanäle für den Austausch von Information. Das geht zulasten der direkten, nonverbalen Kommunikation: Dabei sagt der Auftritt einer Person viel mehr als das, was sie spricht. Diese Tipps helfen, natürliche Autorität durch bewusstes Auftreten zu gewinnen.

In einer Zeit der E-Mails, der Whatsapp-Gruppen und der Chatbots werden direkte Gespräche und Auftritte zu seltenen Gelegenheiten. Umso wichtiger ist es, dass wir sie nutzen, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Was aber verleiht einem Autorität und Ausstrahlung?

1. Werden Sie sich Ihres Körpers bewusst
Der Körper ist verantwortlich für Ihre Ausstrahlung. Lernen Sie, eine gute Beziehung zu Ihrem Körper zu pflegen. Er ist der Spiegel ihres Befindens. Er kommuniziert mit Ihnen über Ihre Körperwahrnehmungen. Sorgen Sie dafür, dass Sie sich wohl in Ihrem Körper fühlen. Nur dann können Sie auch auf andere eine gute Wirkung haben.

2. Vertiefen und verlangsamen Sie Ihren Atem
Durch bewusste Lenkung des Atems ist es möglich, auch auf Ihr Gefühlsleben Einfluss zu nehmen. Probieren Sie zum Beispiel, wenn sie nervös sind, langsamer und tiefer zu atmen. Über den tieferen Atem wird in Ihrem Gehirn der Entspannungsmodus aktiviert. Atemtherapeuten sprechen davon, dass existenzielle Sicherheit und Urvertrauen im «unteren Atemraum» verankert sind, also über die tiefe Bauchatmung angesprochen werden.

3. Werden Sie sich Ihres Rückhaltes bewusst
Wenn Sie vor Menschen stehen, ist es wichtig, dass Sie Rückhalt haben. Er gibt Ihnen Gelassenheit und ermöglicht Ihnen den Weitblick, den Sie brauchen, um neue Lösungen zu sehen und Perspektiven zu eröffnen. Stellen Sie sich vor, was alles hinter Ihnen steht: Ihr Wissen, Ihre Lebenserfahrung, die Liebe von guten Freunden und Mitgliedern Ihrer Familie und Ihre Motivation.

4. Stehen Sie im Dienst von etwas Höherem
Menschen sind dann stark, wenn sie sich für etwas einsetzen, was über sie hinausweist. Höhere Werte und Ziele lassen Sie über sich hinauswachsen. Sie müssen kein Martin Luther King, keine Mutter Theresa oder Gandhi sein. Aber auch Sie sind stärker, wenn Sie wissen, warum Sie etwas tun.

5. Nehmen Sie Raum ein
Menschen mit Präsenz und Ausstrahlung nehmen Raum ein. In der atemtherapeutischen Arbeit und im Präsenz-Coaching sprechen wir vom «(Eigen)Raum». Aber aufgepasst: Es gibt Menschen, deren Ausstrahlung anderen das Gefühl gibt, klein und wertlos zu sein, und es gibt Menschen, deren Ausstrahlung von Grösse auch für andere einladend ist. Wenn Sie oben stehende Punkte beherzigen, wird Ihre Autorität und Ausstrahlung einladend sein: Sie ermutigen andere nonverbal, sich einzubringen.

6. Leben Sie Kongruenz
Was Sie sagen und vertreten, sollte mit dem übereinstimmen, was Sie denken und fühlen. Nur dann können Sie authentisch kommunizieren und sich maximal entfalten. Erlauben Sie sich auch, Gefühle ins Spiel zu bringen. Gefühle schaffen Verbindung. Manchmal kann dies auch heissen, Menschlichkeit und Schwächen einzugestehen. In den meisten Fällen aber ist Kongruenz der Schlüssel zu Balance und innerer Stärke, die nach aussen ausstrahlt.

7. Lassen Sie Begeisterung spielen
Ohne Begeisterung ist es kaum möglich, glücklich oder erfolgreich zu sein. Heute wissen wir aus der Hirnforschung, dass etwas unter die Haut gehen muss, was einen bleibenden Eindruck oder eine Wirkung erzielen soll. Also lassen Sie den Funken auf andere überspringen.

8. Begrenzen Sie Ihre Zuständigkeit
Eine Führungspersönlichkeit holt sich Feedback und ist bereit, von anderen zu lernen, aber sie hinterfragt sich nicht dauernd. Geben Sie Ihr Bestes, aber seien Sie sich bewusst: Sie können nicht in jedem Moment jedem gefallen. Tun Sie, was Sie können, und überlassen Sie den Rest den anderen Teamplayern oder dem Leben selbst. In der Atemtherapie nennen wir das «Begrenzen der Zuständigkeit». Das wird nicht nur Sie selbst, sondern auch die Menschen, mit denen Sie zu tun haben, entspannen.»

Stefanie Gross-blau
15 Jahre als Schauspielerin auf Theaterbühnen. Atemtherapeutin und
Auftrittscoach.