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Aufgefallen

«Die Welt zu verändern, überlasse ich andern»

Bernard Radon tut für andere, was er gerne selbst erfahren würde. Beruflich gibt der SKO-Mentor Managern den Spass an der Arbeit zurück.

Was zeichnet dich aus?
Auf persönlicher Ebene müsste man dazu meine Freunde und Bekannten fragen. Auf professioneller Ebene habe ich viel Begeisterung in die Entwicklung von Modellen und Tools investiert, die es Führungskräften ermöglichen, ihre Umgebung, ihre Beziehungen zu anderen, zu sich selbst und ihre Karriere zu managen. Innovative Modelle helfen meinen Kunden, sich besser zu positionieren und die Reaktionen ihres Arbeitsumfeldes zu antizipieren.

Bist du immer ganz ehrlich, und wenn nicht, wann und warum?
Da die SKO eine Vereinigung von Führungskräften ist, möchte ich nun eine klassische Frage stellen, die viele Schwierigkeiten mit sich bringt: «Ist es ehrlich, Ihren Mitarbeitern immer die Wahrheit zu sagen?» Die Antwort ist: «Natürlich nicht»! Der Manager ist der Verwahrer von vertraulichen Informationen, die er nicht weitergeben kann, denn sonst ist er gegenüber der Hierarchie unehrlich. Dies ist beispielsweise der Fall bei Entlassungen, Fusionen oder Übernahmen von Unternehmen oder bei Schwierigkeiten eines Mitarbeiters. In diesen Situationen befindet sich der Leader in einer unbequemen Position, aber das ist Teil seiner Rolle.

Was motiviert dich im Leben?
Alles im Leben belebt mich, ausser Gartenarbeit und Stricken. Im Moment schreibe ich gerne, drei Fachbücher im Bereich Coaching habe ich bereits verfasst: «Coaching Managers», «Leadership Guide» und «Managers, use your organizational intelligence». Ich schreibe auch Blogs für «Le Temps» und «Bilan». Wöchentliches Tennis und die Berge gehören ebenfalls zu meinen Hobbys.

Wie hilfst du anderen?
Ich gehöre einem Serviceclub an, dem Kiwanis Club Chailly-Lausanne, dessen Motto «Tu für andere, was du willst, dass sie für Dich tun» ist, und ich arbeite für Kinder. Ich widme einen Grossteil meiner Zeit diesem Verein – und es macht mich glücklich, teilen zu können.

Was ist deine grösste Hoffnung für die Zukunft?
Ich will die Welt nicht verändern. Ich überlasse das anderen, die viel kompetenter sind. Mein einziges Ziel ist es, Führungskräften die Möglichkeit zu geben, Spass an ihrer Arbeit zu haben und Modelle und Denkweisen zu erwerben, die es ihnen ermöglichen, ihr Handeln zu antizipieren.

Wirkst Du lieber authentisch oder sympathisch?
Für mich gibt es im Begriff der Sympathie eine negative Note: Inwiefern muss ich in meinem Job sympathisch sein? Wäre es nicht besser, authentisch zu sein, ein Begriff, der den Begriff der Wahrheit besser ausdrückt? Ich hoffe, mit meinen Kunden authentisch zu sein, indem ich ihnen nicht die Schwierigkeiten vorenthalte, mit denen sie konfrontiert werden.
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Bernard Radon | Coaching Systems
Seit 25 Jahren Wirtschaftscoach, hat Bernard Radon mit mehr als 500 Managern aus der Privatwirtschaft und dem öffentlichen Sektor
gearbeitet. Der dreifache Buchautor ist für seine Methoden vom renommierten EMCC (European Mentoring and Coaching Council) ausgezeichnet worden.

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Alle Details auf: sko.ch/mentoring