Anders Indset über Führer des Wandels und Maximierer von Mitgefühl

Worin besteht Ihre Tätigkeit als Wirtschaftsphilosoph? Was unterscheidet Sie von einem Zukunftsforscher?

Ich habe Mühe, mich mit dem Begriff «Zukunftsforscher» oder «Futurist» zu identifizieren. Da ich als Sprecher in beiden Funktionen engagiert werde, sehen viele anscheinend einen starken Bezug. Die Geschichte lehrt uns, dass wir nicht besonders gut darin sind, Dinge vorauszusagen. Eine Menge an Daten und vorausschauenden Analysen zu haben hat uns nicht viel weitergebracht, deshalb suchen wir alle im Hinblick auf «die Zukunft» noch nach Antworten und neuen Fragen. Obwohl sich mir die Vorteile von technologischem Fortschritt und vorausschauender Analyse erschliessen, habe ich Schwierigkeiten damit, diese in systematische Untersuchungen und Prognosen zusammenzuführen und das dann auf die Berufsterminologie zu beziehen. Vielleicht stellt genau dies den Unterschied zwischen den zwei Rollen dar.

Anders Indset

Dennoch bietet meine Beschreibung davon, wie ich es subjektiv definiere, ein Wirtschaftsphilosoph zu sein, möglicherweise eine Antwort auf die Frage. Ich versuche, plausible Erklärungen zu finden und die «Leere» in unserem Leben mit Neugier und der Motivation, Neues zu lernen, zu füllen. Dies funktioniert gut bis jemand unsere Weltsicht verändert, meine Betrachtungsweise und meine subjektive Sicht über das, was wir Realität nennen. Meine Arbeit als Philosoph wird von der Suche nach Weisheit und Neugier getrieben. Ich habe Spass daran, Schätze aus der Vergangenheit von genialen Denkern der vergangenen 2500 Jahre, die direkt vor unseren Augen verborgen sind, zu «retten». Diese versuche ich dann in Relation zum 21. Jahrhundert zu setzen und mit meiner Sicht von Technologie und dem wissenschaftlichen Fortschritt von morgen zu kombinieren. Welche Gedanken hätten Nietzsche, Plato, Wittgenstein und Spinoza beschäftigt, falls sie über die Technologie und den Fortschritt von heute verfügt hätten? Die Gedanken der Vergangenheit im Kontext des 21. Jahrhunderts helfen mir, neue Modelle zu entwickeln und Brücken zu schlagen. Einen weiteren, wichtigen Teil bilden meine Gedanken darüber, wie Philosophen ein besseres Verständnis von unseren Wirtschaftsstrukturen und -modellen benötigen, wie unsere Gesellschaft gegenseitig von ökonomischen und politischen Strukturen und Modellen abhängt, die wir durch Modelle wie Kapitalismus kreiert haben. Des Weiteren erkenne ich, dass Führungskräfte und Geschäftsleute heutzutage auf Philosophie angewiesen sind, um mit unserer Welt zurechtzukommen. Ich mag es auch, Konzepte von psychischen Analysen einfliessen zu lassen, mich hauptsächlich auf «die Kunst des Denkens» zu konzentrieren. Dennoch, mit den andauernden Revolutionen und dem Fortschritt in AI- (Artificial Intelligence, Künstliche Intelligenz), Nano- und Bio-Technologie, wende ich mich auch mehr und mehr der «Kunst des Lebens» zu. Ich beschäftige mich mit der Frage, wie dies unsere Spezies beeinflussen kann, wenn wir die Herausforderungen von Glück, Göttlichkeit und Unsterblichkeit annehmen, die unser Leben verbessern? Ich denke dies ist der Grund, weshalb wir heute so viele Wirtschaftsführer sehen, die Philosophen einstellen, um alles herauszufordern und zu hinterfragen, sich selber und die Organisation zu spiegeln.

Wie würden Sie Ihren Forschungsansatz in eigenen Worten beschreiben? Woher beziehen Sie Ihre Einsichten? Handelt es sich um tägliche Beobachtung oder um theoretische Studien?

Beides, jedoch ist es eher opportunistisch angetrieben und weniger systematisch. Ich bin getrieben von Neugier und dem Verlangen, Neues zu lernen. Einen offenen Geist zu haben, führt auch zu zufälligen Momenten und neuen Wegen. In Bezug auf Forschung tauche ich tiefer in Konzepte ein, sobald ich «dorthin geführt» werde, und fokussiere dann jene Denker und/oder Konzepte über einen längeren Zeitraum. Aber es gefällt mir, Gegebenes herauszufordern und alles zu hinterfragen. Ein Beispiel wäre, was ich als womöglich wichtigstes Tool im Führungs-Werkzeugkasten bezeichnet habe: Mitgefühl. Ich glaube, alle Führungskräfte sollten «Führer des Wandels» und «Maximierer von Mitgefühl» sein. Trotzdem fragte ich mich: «In welchem Bereich kann Mitgefühl schlecht für die Wirtschaft sein, schlecht für das Unternehmen oder sogar für die Gesellschaft?» Ich war überrascht, zu entdecken, wie viele Muster von wirklich empathischen Menschen zu etwas Negativem führen. Während etwas in kleinen Gruppen oder lokal von grossem Vorteil sein mag, kann es in einem grösseren Kontext das vollständige Gegenteil sein, da empathische Menschen dazu tendieren, wütend zu werden auf Menschen mit schlechten Absichten.

Ich versuche, ganz unterschiedliche Bücher zu lesen und so in völlig verschiedene Felder vorzudringen, führende Denker, Leiter und Politiker auf der ganzen Welt zu treffen, und mit ihnen zu philosophieren. Nichtsdestotrotz schätze ich auch den Dialog mit Menschen mit einer starken Geschichte, unterschiedlichem Hintergrund oder andersartigen Denkweisen. Es gibt so viele schöne Entdeckungen, die darüber gemacht werden können, wie der Geist funktioniert und welche «Last» jeder von uns trägt.

Wie schaffen Sie es, den aktuellen ökonomischen Entwicklungen immer einen Schritt voraus zu sein und deren soziale Auswirkungen abzusehen?

Ich denke, es ist wichtig zu respektieren und zu verstehen, wie wir «zum Jetzt gelangt» sind und wie wir die Geschichte geprägt haben. Die Geschichte wird sich nicht wiederholen; wir schreiten nur vorwärts und das Meiste von dem, woran wir glauben und worüber wir uns einig sind, sind Geschichten und mentale Modelle, die nur in unseren Gedanken existieren. Nichtsdestotrotz gibt es wertvolle Lektionen zu lernen. Wir wissen, dass wir heute zusätzlich von exponentiellen Technologien angetrieben werden, alles zu beschleunigen, sodass jetzt – mehr denn je – der Zeitpunkt ist, nach neuen Fragen zu suchen. Ich betrachte auch die Veränderung von Machtgefügen im Verlauf der Geschichte und versuche die Sachverhalte, wie sie heutzutage wechseln, in einen Zusammenhang zu bringen; immer unter der Berücksichtigung dessen, dass wir Strukturen und Kräfte heute vermehrt zu Algorithmen formen und blind der Technologie vertrauen. Es bestehen viele Modelle, die miteinander korrelieren, auch wenn es das blosse Auge nicht erkennt. Der wirtschaftliche Einfluss und das, was wir in der Philosophie «Fehlerkorrektur in der Gesellschaft» nennen, während das Pendel hin und her schwingt, sind auch Quellen für wertvolle Erkenntnisse. Ich nenne das «die Kräfte des Wandels». Es ist sehr wichtig, über die Kräfte des Wandels zu lernen und diese zu fokussieren, weil sie viele von aussen antreiben, ohne, dass wir es je bemerken, was zu grosser Frustration, einem Gefühl des Unbehagens und einem Mangel an Verständnis führt. Es ist ein grosser Widerspruch, dass heutzutage die Dummen selbstbewusster denn je sind und die Intelligenten unsicher und ängstlich darüber, was geschieht, umherirren, weil sie herausgefunden haben, dass sie nichts mehr verstehen. Andere hingegen denken nach wie vor, sie können das Unkontrollierbare kontrollieren. Was das Vorwärtsgetriebene angeht, denke ich, ist das Innehalten wesentlich. Man muss sich selbst fragen: «Was geht wirklich vor?», um dann die Antwort darauf immer wieder infrage zu stellen.

Glauben Sie, dass die philosophische Dimension eher vernachlässigt wird, wenn ökonomische Fragen diskutiert werden? Worin liegen die Vorteile, Philosophie in wirtschaftliche Entscheidungen einfliessen zu lassen?

Wir wollen alles kontrollieren und verstehen. Leibniz war der Letzte, der noch wirklich daran glaubte, dass Wissen eine begrenzte Ressource ist. Obwohl wir also all diese Modelle entwickeln und im Nachhinein einige Muster, Modelle – oder dem Anschein nach – plausible Erklärungen herleiten, geht es letzten Endes doch um Macht, Ego und zu viel Schwachsinn. Heutzutage kommt Philosophie dort ins Spiel, wo Schwachsinn nicht länger akzeptiert werden kann. Entweder wir übernehmen die Kontrolle oder wir verlieren sie an Algorithmen, alles dazwischen wird überrollt. Ich erkenne jedoch das Problem, dass Philosophen nicht besonders gut darin sind, die disruptiven ökonomischen Modelle und Strukturen und auch Wechselwirkungen zur sogenannten technischen und wissenschaftlichen Revolution zu vereinfachen und zu verstehen. Auf der anderen Seite ist die Wirtschaft noch nicht in der Philosophie verankert und ich denke, dies ändert sich momentan. Ich bin überzeugt, Philosophen werden bald auf der Gehaltsliste der grossen Unternehmen stehen und in unterstützender Funktion bei Prozessen der Entscheidungsfindung, Handlungsempfehlungen unter Berücksichtigung der Folgen, Erfahrungswerte und den Gegebenheiten tätig sein. Unsere Aufgabe liegt darin, abstrakte theoretische Fragen, die Philosophen in den letzten 2500 Jahren beschäftigt haben, mit unserem technologie-orientierten Wissen zu beantworten. Kritisches Denken, das Hinterfragen des Status Quo, Offenheit für Dialog und Verständnis dafür, dass wir nun in Zeiten leben, in denen wir eine Kultur der Teilnahme kreiert haben und alle zusammenarbeiten müssen, sind alles Bereiche, in denen Philosophie helfen kann. Wir sollten auch vertiefen, was es bedeutet, «Mensch» zu sein, was höchst philosophischer Natur ist. Wenn wir möglicherweise in unseren eigenen Systemen obsolet werden oder zum Schluss kommen, dass Modelle wie Demokratie, Bildung und Kapitalismus nicht für alle funktionieren, obwohl wir lange davon ausgegangen sind, dass wir uneingeschränkt wachsen, alles demokratisieren und liberalisieren können, dann kann uns Philosophie dabei helfen, voranzukommen und zu wachsen.

Was würden Sie als die drei grössten ökonomischen Bedrohungen bezeichnen, mit denen wir in Zukunft konfrontiert werden?

Eine Herausforderung bildet gewiss der Bevölkerungswachstum in denjenigen Regionen, in denen wir in den letzten 30 Jahren neue Jobs erschaffen haben und Menschen aus der Armut heraus helfen konnten. Dies in Kombination mit der globalen Klimaerwärmung und der global miteinander verflochtenen Menschheit, die nach Gleichheit ohne Grenzen strebt, wird beträchtliche ökonomische Auswirkungen haben, während wir beobachten können, wie die Modelle unserer politischen Strukturen langsam auseinanderfallen.

Automatisierung und Kompensation von Arbeiten, die von Algorithmen übernommen werden, sind weitere Herausforderungen. Obwohl daraus grossartige Dinge entstehen und sich daraus, zumindest kurzfristig, neue Gelegenheiten ergeben, können wir die Entstehung von neuen Jobs nicht als selbstverständlich erachten. Der Kontrollverlust über Künstliche Intelligenz ist etwas, worüber wir uns Gedanken machen müssen und wofür wir mit neuen Fragen aufwarten müssen. Wir werden vermehrt Bezug auf Algorithmen nehmen, und aufgrund der Tatsache, dass die Macht in Algorithmen liegen und nicht mehr zwischenmenschlich funktionieren wird, werden Machtwechsel und neue Strukturen zu ungeahnten ökonomischen Triebkräften führen, die wir bis dahin noch nicht gesehen haben. Ich glaube wirklich, dass Künstliche Intelligenz bis zum Jahr 2050/2060 imstande sein wird, «alles» besser zu bewerkstelligen als Menschen es tun. Wir schaffen Intelligenz jenseits von Bewusstsein und wissen nicht, was Bewusstsein ist. Ich denke nicht, dass die Herausforderung darin liegt, dass Roboter verrückt werden, uns umbringen und dann Will Smith, Matt Damon oder ein anderer Held kommt und uns rettet, wie es uns Hollywood vorführt. Der «furchteinflössende» Teil ist vielmehr der Gedanke – falls wir es schaffen, die Technologie im positiven Sinne zu nutzen, dass sie uns unterstützt – dass wir dann überflüssig werden. Diese Art von Entwicklung, egal ob langsamer oder nicht so extrem, würde selbstverständlich eine enorme ökonomische Auswirkung haben.

Zudem wird der Effekt der erwähnten Revolutionen sowohl in Nano- als auch in Bio-Technologie zu neuen ökonomischen Modellen und Strukturen führen.

Was empfehlen Sie Führungskräften, um bestmöglich für die bevorstehenden digitalen Herausforderungen vorbereitet zu sein?

Heutzutage beobachte ich, dass es für Manager über 55 sehr frustrierend ist, dass sie, die früher alles zu wissen und unter Kontrolle zu haben schienen, heute ebenfalls Neues lernen müssen. Wir müssen uns Zeit nehmen, umzudenken, um mit Leuten mit anderen Denkweisen in Kontakt zu treten, um uns selber widerzuspiegeln. Führen Sie also regelmässig ein Selbstaudit durch. Entwickeln Sie ein Bewusstsein über sich selbst hinaus. Fragen Sie sich, was Sie gut können und was Ihre Schwächen sind. Umgeben Sie sich mit andersdenkenden Genies und der Rest wird sich von alleine ergeben. Bilden Sie starke Teams. Stellen Sie sich Ihren Ängsten und durchstossen Sie Grenzen über die Begrenzungen von gegebenen Produkten, Strukturen und gegebenen mentalen Modellen hinweg. Seien Sie ein Führer des Wandels und ein Maximierer von Mitgefühl und pflegen Sie ein digitales Mindset.

Im Hinblick auf die Dynamik zwischen Innovation und Tradition – was ist Ihrer Ansicht nach die perfekte Balance, die es innerhalb eines Unternehmens anzuzielen gilt?

Nun ja, manchmal müssen Sie das gesamte Unternehmen verändern, obwohl starke Traditionen vorhanden sind. Nichtsdestotrotz, Innovation oder eine Kultur, welche diese fördert, kann auch eine Tradition sein. Deshalb würde ich beides maximieren, anstatt einen Ausgleich zu schaffen. Für mich ist Tradition primär etwas, zu dem wir Bezug nehmen können, so wie Geschichte oder Kultur, wenn man so will. Etwas, das man nicht kopieren kann, wäre eine starke Tradition. Wir brauchen alle etwas, woran wir glauben und womit wir uns identifizieren können. Es ist dasselbe Prinzip wie mit Chaos und Struktur: Wir sind vermehrt Chaos ausgesetzt, sind jedoch auch auf mehr Stabilität angewiesen. Ein offenes Bewusstsein und Strukturen, die grundlegende Veränderungen ermöglichen, gepaart mit dem wichtigsten Aspekt, eine Absicht zu haben, die mit der Frage «Warum» beginnt, ist sowohl in der Innovation als auch in der Tradition wichtig. Wenn die Menschen das «Warum» verstehen, werden sie neue Orte erkunden – meine betrunkenen Vorfahren, die Wikinger, ausgenommen. Sie waren einfach nur innovativ und neugierig, aber ich glaube, dass sie nichtsdestotrotz fortwährende Traditionen aufgestellt haben.

Wie wird Ihrer Meinung nach der Rekrutierungsprozess der Zukunft aussehen?

Eine einfache Antwort ist: «grössere Verwendung von Algorithmen». Wir sind nicht klug, Algorithmen werden Überhand nehmen, sobald Künstliche Intelligenz entsteht. Wie Heidegger jedoch behauptet hat, ist das Merkwürdige nicht, dass die Dinge gleich sind, sondern, dass ein Unterschied besteht. Die Magie liegt im Nicht-Lernen, den Fehlern und im Unterschied. Wir brauchen mehr Diversität, was nur gelingt, wenn die selbst ernannten Experten ersetzt werden. Durch den Einsatz von Technologie wird dies automatisch passieren, denn das ist, was Algorithmen am Besten können. Für die Rekrutierung von Arbeitskräften heisst das, dass nicht mehr nur nach dem «Standard» gesucht werden muss. Es wird ein Zuwachs geben in der Suche nach Leuten, die einen durch das Chaos führen können. Ich denke deshalb, dass einerseits die vermehrte Anwendung von Algorithmen und Künstlicher Intelligenz schnell etabliert sein wird und andererseits, dass wir an Prozessen arbeiten werden, um das «wer» zu vergessen, unsere Stereotypen zu vermeiden und ähnliche Leute zu finden.

Welche Berufsfelder sind am meisten betroffen, wenn es um die Automatisierung von Arbeitsprozessen geht?

Um ehrlich zu sein, kommt mir nicht ein Beruf in den Sinn, der nicht durch Algorithmen automatisiert werden kann, sobald AGI – tiefergreifende Künstliche Intelligenz – entsteht. Von denjenigen Jobs, die wir heute haben und verstehen, denke ich vor allem an Bereiche mit Lokalbezug, die man nicht vergrössern kann, in der spezifischen Handwerkskunst mit einem Nischenbereich. Berufe mit geringem ökonomischen Einfluss und höherer kognitiver Komplexität, wie zum Beispiel Historiker, Archäologen etc. sind Bereiche, die länger brauchen, um automatisiert zu werden.

Natürlich neigen wir dazu, die kurzfristigen Auswirkungen zu überschätzen, aber gleichermassen tendieren wir auch dazu, die Langzeitfolgen zu unterschätzen. Wir müssen das ganze Berufsmodell und die Definition von Arbeit überdenken, da der Begriff «Beruf» innerhalb von 50 Jahren vielleicht verschwinden wird. Wir haben diese eigenartigen Hierarchien und das Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis vor 250 Jahre erschaffen, als wir noch keine anderen Antworten hatten. Ich glaube, dass zukünftig alles mehr aufgabenorientiert ablaufen wird: Transaktionen, die auf verschiedenen Tätigkeiten beruhen, die man ausführt mit individueller Verantwortlichkeit, die durch Handel mit Gütern und Dienstleistungen entgeltet werden, ähnlich dem altbewährten «Hansa-Modell», ermächtigt durch Mikro-Zahlungen innerhalb der Gruppe.

Dennoch glaube ich, dass wir Grund zur Besorgnis haben. Auf einer individuellen Ebene haben wir mehr Macht und Freiheit als je zuvor, zumindest in der westlichen Welt. Wir müssen lernen, dieses Potenzial auszuschöpfen. Technologie hat keine Absicht oder Seele; sie ist nicht gut oder schlecht; es geht darum, was wir mit der Technologie tun, was wiederum unser Leben verändert und beeinflusst. Deshalb müssen wir auch diejenigen Strukturen genauer betrachten, die wir zu einem Zeitpunkt erstellt haben, noch bevor wir über diese Technologie verfügten.

Können Sie uns mehr über die Idee zu Ihrem Buch Wild Knowledge erzählen?

Wild Knowledge ist ein kurzes Wirtschaftsmanifest, das einen philosophischen Teil am Anfang und am Ende des Buchs beinhaltet. Es ist ein kompaktes Führungs- und Management-Buch, das beschreibt, wie ich den Fokus für heutige Unternehmen sehe, und worauf sich Manager und Führungskräfte konzentrieren sollten. Es besteht aus drei Hauptteilen, beginnend mit dem Teil, den ich «Ideen und Magie» nenne, der beschreibt, woher Ideen stammen und was sie genau sind. Der zweite Teil des Buchs handelt von der operativen Vortrefflichkeit, wie man den richtigen Fokus findet und wie man Prozesse grundsätzlich vereinfachen kann. Der dritte Teil umfasst Bereiche rund um «Gefühle und Werte» und welche Rolle diese in heutigen Unternehmen spielen, wie sich die Fähigkeiten von zukünftigen Führungskräften verändern werden und worauf wir den Fokus richten müssen. Jedes kurze Kapitel regt zum Denken an. Sie lesen einige Seiten und wollen im Anschluss rausgehen und mit jemandem darüber diskutieren, um das Thema zu vertiefen. Die Idee des Buchs ist demzufolge, eine Übersicht über Hauptthesen anzubieten, zu der man zurückkehren kann und das Buch immer mal wieder in die Hand nehmen kann, um einige Seiten zu lesen und den Geist anzuregen.

Links:

https://www.facebook.com/macromedia.hamburg/videos/1523597321037817/

https://www.youtube.com/watch?v=Suq-RccG7Hg

Demet Bicer